Gendermedizin im Waldviertel

2. Oktober 2017, 16:08

Das La Pura Gesundheitsressort in Gars am Kamp kooperiert mit der Meduni Wien zur Erforschung von frauenspezifischen Themen in der Medizin

Gars am Kamp im Waldviertel wird Forschungsstandort für Gender-Medizin. VAMED, Betreiber des la pura women's health resort kamptal in Gars, eröffnet das Institut in Kooperation mit der medizinischen Universität Wien. Als erstes Thema nannte die mit der Leitung betraute Gender-Medizinerin Alexandra Kautzky-Willer bei der Projektvorstellung in Wien "Stress und Stoffwechsel".

Jeder Patient und jede Patientin brauche ein maßgeschneidertes Therapiekonzept, verwies Kautzky-Willer, Leiterin der Gender Medicine Unit an der MedUni in Wien und Wissenschafterin des Jahres, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen. Das betreffe die Interpretation von Krankheitssymptomen – etwa bei Herzinfarkten – ebenso wie die Wirkung von Medikamenten oder therapeutischen Maßnahmen zum Beispiel nach Schlaganfällen. Noch im Herbst wird das Institut in dem traditionsreichen Kurort die Arbeit aufnehmen.

Gesundheit als Arbeitsplatzsicherung

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem "Vorreiter-Projekt" in der medizinischen Forschung und Versorgung und einer Aufwertung für das Waldviertel. Die einst weiße NÖ Wissenschaftslandkarte sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten bunt geworden, verwies sie auf die Etablierung der Wissenschaftsachse Krems – Tulln – Klosterneuburg – Wiener Neustadt sowie der Fachhochschulen und Universitäten, die heute 21.000 Studierende zählen. Pro Jahr würden 100 Millionen Euro in die Forschung investiert, mit dem Forschungsbereich seien 11.500 Arbeitsplätze im Bundesland verbunden.

Vamed-Vorstandsvorsitzender Ernst Wastler bezeichnete den Gesundheitsdienstleister mit 600 Einrichtungen weltweit als Innovationsführer in der individualisierten Medizin. Allein im Vorjahr sei an 70 wissenschaftlichen Projekten geforscht worden. Die Erkenntnisse fließen laufend in die Gesundheitsangebote in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und Pflege ein. In Niederösterreich würden die Einrichtungen der Gruppe rund 150 Millionen Euro zur Wertschöpfung beitragen und etwa 1.000 Arbeitsplätze sichern. (APA, 2.10.2017)