Foto: (AP Photo/Mark Schiefelbein

Facebook will 1.000 Mitarbeiter einstellen, um Anzeigen zu prüfen

2. Oktober 2017, 18:33

Russland soll US-Präsidentschaftswahlkampf mit Anzeigen beeinflusst haben

Angesichts der mutmaßlichen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch Russland soll Facebook-Werbung genauer unter die Lupe genommen werden. Im kommenden Jahr würden weitere 1.000 Mitarbeiter eingestellt, um Anzeigen in dem weltgrößten sozialen Netz zu prüfen und sicherzustellen, dass die Geschäftsbedingungen eingehalten würden, erklärte Facebook am Montag. Demnach soll auch stärker in Software investiert werden, um Anzeigen automatisch zu entfernen. Die Prüfung von Anzeigen betreffe nicht nur den Inhalt, sondern auch den Kontext und die gewünschte Zielgruppe.

3.000 Anzeigen

Facebook hatte im September erklärt, dass in den Monaten vor und nach der Wahl 2016 etwa 3.000 Anzeigen mit polarisierenden Inhalten geschaltet worden seien. Die Auftraggeber säßen vermutlich in Russland. Seitdem werden in den USA Forderungen laut, Firmen wie Facebook strenger zu regulieren. Konzernchef Mark Zuckerberg hat versprochen, stärker gegen einen Missbrauch durch Regierungen vorzugehen. Das Unternehmen hat sich mit fünf Millionen zahlenden Anzeigenkunden bisher allerdings schwergetan, die eigenen Regeln umzusetzen.

Nach Einschätzung der US-Geheimdienste beeinflusste die russische Regierung die Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr. Die Regierung in Moskau hat dies stets zurückgewiesen. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, es habe keine Kooperation zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland gegeben. (Reuters, 2.10.2017)