Warum wir einschlafen, wenn uns etwas langweilt

3. Oktober 2017, 09:30

Forscher entdeckten ein neuronales Netzwerk im Mäusehirn, das mehr oder weniger unabhängig von der biologischen Uhr für Müdigkeit sorgt

London – Wenn uns stinkfad ist – etwa bei einem endlosen Meeting oder einem langweiligen Vortrag – kann es vorkommen, dass wir wegdösen. Dahinter steckt offenbar etwas anderes als unsere biologische Uhr, für deren Entdeckung am Montag der Medizinnobelpreis vergeben wurde. Einem Forscherteam aus Japan und China dürfte es nun gelungen sein, diese andere Art von Ermüdung in der Fachzeitschrift "Nature Communications" aufzuklären.

Blockade von Dopamin

Yo Oishi (Uni Tsubaka) und Kollegen konzentrierten sich bei ihren Experimenten mit Mäusen auf die körpereigene Substanz Adenosin, die im Nucleus accumbens das Ausschütten anregender Botenstoffe wie Dopamin blockiert. Wie die Forscher berichten, führen Aktivitäten bestimmter Nervenzellen in dieser Hirnregion dazu, dass gelangweilte Mäuse tatsächlich einschlafen.

Koffein als Gegenmittel

Der konkrete Nachweis der Rolle dieses neuronalen Netzwerks gelang den Forschern an (opto)genetisch manipulierten Mäusemännchen. Und jene fanden auch ein Gegenmittel, um die von Fadesse geplagten Tiere wieder wach zu machen: Koffein, das nämlich Adenosin an den Rezeptoren blockiert. Das beschriebene neuronale Netzwerk sei aber nicht am Werk, wenn wir "ganz normal" müde sind, dafür sind wie gesagt jene anderen Mechanismen im Gehirn zuständig, für deren Entschlüsselung es den Nobelpreis gab. (red, 3.10.2017)