Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Einkommensschere im öffentlichen Dienst wird kleiner

3. Oktober 2017, 10:22

Duzdar und Rendi-Wagner fordern Maßnahmen für Privatwirtschaft – Gender Pay Gap im Vorjahr bei 11,9 Prozent

Wien – Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern im öffentlichen Dienst wird kleiner. Wie der heuer zum fünften Mal erschienene Einkommensbericht des Bundes zeigt, haben Frauen im Jahr 2016 um 11,9 Prozent weniger verdient als Männer. Im Vergleich zu 2015 ist der Gender Pay Gap damit um 0,9 Prozentpunkte gesunken, seit dem Jahr 2012 um 1,4 Prozentpunkte.

Der Bundesdienst liegt damit deutlich besser als die Privatwirtschaft. Laut Rechnungshof beträgt der Einkommensunterschied dort bei Betrachtung der Stundenverdienste von Voll- und Teilbeschäftigten 18,2 Prozent bzw. bei ganzjährig vollbeschäftigten Frauen und Männern in Österreich 17,3 Prozent.

Regelmäßige Berichte

Staatssekretärin Muna Duzdar und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (beide SPÖ) freuten sich über die Entwicklung im Öffentliche Dienst und riefen in einer Stellungnahme gegenüber der APA dazu auf, Maßnahmen auch in der Privatwirtschaft in diese Richtung zu setzten. Duzdar führt die im Bundesdienst kleiner werdende Einkommens-Schere darauf zurück, dass die in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen, wie die Einkommenstransparenz, die gesetzlich verpflichtenden Frauenförderprogramme und regelmäßige Berichte Früchte tragen. Die Staatssekretärin äußerte sie die Hoffnung, "dass die Privatwirtschaft in Sachen Transparenz und Schließen der Einkommensschere bald nachzieht."

Transparenz gefordert

Auch Rendi-Wagner meinte: "Die Richtung stimmt, jetzt müssen wir das Tempo erhöhen und dafür sorgen, dass die Privatwirtschaft nachzieht." Die Frauenministerin bekräftigte die Forderung nach mehr innerbetriebliche Lohntransparenz, damit Frauen wissen, was ihre Kollegen verdienen und gestärkt in Lohnverhandlungen gehen können. Für ebenso dringlich hält sie die von der SPÖ geforderte Einführung des steuerfreien Mindestlohns von 1.500 Euro, "von dem konkret 200.000 Frauen etwas haben". (APA, 3.10.2017)