Kanzlergattin droht "Österreich" mit rechtlichen Schritten

3. Oktober 2017, 12:46

Steinberger-Kern: Zeitung verbreitet Unwahrheiten – Fellner: "Sehe Prozess mit großer Freude entgegen"

Wien – Eveline Steinberger-Kern, die Ehefrau von Kanzler Christian Kern (SPÖ), droht der Tageszeitung "Österreich" wegen der Berichterstattung über eine ihrer Firmen mit rechtlichen Schritten. "Hier werden trotz bereits vor zwei Tagen erfolgter Richtigstellung weiterhin Unwahrheiten verbreitet", hielt Steinberger-Kern in einer Aussendung fest.

"Österreich" hatte am Dienstag neuerlich berichtet, dass ein unter Korruptionsverdacht stehender israelischer Millionär über seinen Anteil an der Energiefirma Triple M eine indirekte Beteiligung an Steinberger-Kerns Firma Foresight halte. In einem von der SPÖ zur Verfügung gestellten israelischen Firmenbuchauszug scheint der Mann allerdings nicht als Anteilseigner bei Triple M auf.

Fellner vermutet "Strohmänner"

"Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner meinte dazu auf Anfrage, der Millionär habe seine Anteile an Triple M möglicherweise über "Strohmänner" verschleiert. Daher habe Triple M auch die Lizenz für einen Kraftwerksbau verloren.

Außerdem kündigt er weitere Berichte über Teilhaber der Kern-Firma Foresight an. Einem Prozess sehe er "mit großer Freude entgegen". Steinberger-Kern stellte weitere gerichtliche Schritte gegen die Zeitung in den Raum, "da offenbar öffentliche Berichtigungen nicht ausreichten, die Gratiszeitung zu einer sachlich korrekten Berichterstattung zu veranlassen". (APA, 3.10.2017)