Screenshot: Twitter/Rob Graham/Star Trek CBS

"Star Trek: Discovery": Auf dem Bordcomputer läuft Windows

4. Oktober 2017, 09:53

Zuseher haben die Entdeckung in der neuen Serie gemacht – User-Interfaces in Filmen oft übertrieben

Tablets, Spracheingaben, intelligente Computer, humanoide Roboter, smartphone-ähnliche Geräte – "Star Trek"-Schöpfer Gene Roddenberry und die Macher der Serien und Filme hatten von jeher ein gutes Gespür für Zukunftstechnologien. Vor kurzem startete die neueste Serie "Star Trek: Discovery". Und dort hat sich etwas eingeschlichen, das so gar nicht ins 23. Jahrhundert zu passen scheint: Microsofts Windows.

Grüße aus dem 21. Jahrhundert

In der dritten Episode der Serie, die auf Netflix zu sehen ist, beschäftigt sich Lieutenant Commander Michael Burnham (gespielt von der Schauspielerin Sonequa Martin-Green) mit dem Code eines geheimen Projekts. Dieser ist auch auf einem Bildschirm zu sehen.

Ein paar aufmerksame Zuseher haben ihn sich genauer angesehen und Überraschendes entdeckt, wie "The Verge" berichtet. Bei den Zeilen scheint es sich um den dekompilierten Code des Stuxnet-Virus zu handeln. Und: Er läuft auf Microsofts Betriebssystem Windows. Beides kommt doch etwas überraschend für ein Raumschiff aus der Zukunft.

Auf Twitter werden die Fundstücke heftig diskutiert. Den Machern wird unter anderem fehlende Vorstellungskraft vorgeworfen. Ob es sich um absichtlich versteckte Easter Eggs handelt, das Ganze in einer späteren Folge aufgeklärt wird oder aber schlicht nur eine Entscheidung der verantwortlichen Visual Designer war, ist nicht bekannt.

netflix

User-Interface-Designs für Filme

Software-Designs in Filmen und Serien sind eine spezielle Angelegenheit. Oft wird nicht einfach die Benutzeroberfläche einer realen Software gezeigt. Das hängt einerseits mit Markenrechten zusammen – Google etwa macht zahlreiche Vorgaben, wenn Produkte des Unternehmens in Filmen gezeigt werden sollen –, andererseits mit der Dramaturgie. Denn die Realität sieht meist etwas langweilig aus – zu langweilig jedenfalls für Science-Fiction-Filme, Geheimagenten oder CSI-Teams. Und oft muss die Software im Film Dinge können, die real (noch) nicht möglich sind. Entsprechend muss sie auch aussehen.

Ein Visual Designer, der sich darauf spezialisiert hat, ist Mark Coleran. Er zeichnet unter anderem für die User-Interfaces in Filmen wie "The Bourne Ultimatum", "Mission Impossible 3" und im Computerspiel "Call of Duty 4: Modern Warfare" verantwortlich. Auf seinem Blog zeigt er zahlreiche Beispiele für seine Arbeit. Der Blog "Trekmovie" hat einige Details über das Design der neuen "Star Trek"-Serie zusammengetragen. Interessierte finden auf moviecode.tumblr.com noch weitere Beispiele für cineastische Software-Gestaltung. (br, 4.10.2017)