Vivatis verleibt sich Frisch & Frost ein

4. Oktober 2017, 12:00

Die Bundeswettbewerbsbehörde muss die Übernahme des Tiefkühlspezialisten noch genehmigen

Wien – Frisch & Frost kehrt in österreichische Hände zurück. Sieben Jahre ist es her, dass Raiffeisen 74 Prozent der Anteile am Spezialisten für Tiefkühlprodukte an Lamb Weston / Meijer abtrat, einen Riesen der Kartoffelverarbeitung im Eigentum von Niederländern und Amerikanern. 2014 spaltete der Konzern die Erdäpfelsparte, die von Hollabrunn aus vor allem die Fastfood-Kette McDonald's mit Pommes Frites beliefert, ab.

Zurück blieben gut 350 Produkte rund um die Marken Toni Kaiser und Bauernland. Sie wandern nun unters Dach der Vivatis-Holding, die ins Reich der Raiffeisenlandesbank OÖ gehört.

Stimmt die Wettbewerbsbehörde zu, wechseln 32 Millionen Euro Umsatz den Besitzer. 92 Mitarbeiter sind betroffen – in der Produktion in Wien und Büros in Hollabrunn. Vivatis verspricht, an den Kapazitäten nicht zu rütteln.

Raiffeisens Appetit auf das Lebensmittelgeschäft ist damit ungebrochen. Die Tochter Vivatis vereint in sich Labels von Inzersdorfer über Maresi bis zu Loidl, Landhof, Himmeltau, Knabber Nossi und Kanerta. Lediglich der Großhändler R & S Gourmet wurde im Vorjahr verkauft. 2600 Mitarbeiter setzten 2016 unterm Strich nach Angaben der Holding 863 Millionen Euro um. Rund ein Fünftel davon wird im Export erzielt.

Bäuerliche Wurzeln hat auch Frisch & Frost. Chips und Pommes legten Mitte der 1960er-Jahren den Grundstein des Betriebs. Erstere landeten bald bei Kellys. Hauptgeschäft sind nunmehr Knödel und Strudel. 800 Kilometer Strudel gehen jährlich in Wien vom Band, 20 Prozent davon ins Ausland. (vk, 4.10.2017)