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Polizei hob polykriminelle Gruppe aus

4. Oktober 2017, 13:42

Operation "Masa": Am Ende von eineinhalbjährigen Ermittlungen standen 22 Festnahmen in Serbien, Österreich und Ungarn

Wien/Belgrad – Ermittler in Österreich und Serbien haben nach eineinhalbjährigen Untersuchungen eine polykriminelle Gruppe ausgehoben. Ihr Haupterwerb war die Produktion von Marihuana, daneben beschäftigte sie sich aber auch mit Raub und Einbruch, gab die Polizei am Mittwoch bekannt. 22 Personen sind in Haft und zum Teil schon verurteilt.

Auslöser der Ermittlungen war das Auffliegen eines Drogenkuriers bei anderen Ermittlungen in Serbien, der Kontakt zu der Gruppe hatte, sagte Goran Papic, Leiter der Drogenabteilung in Belgrad (SBPOK). Am 1. April wurde die Operation "Masa" gegen die Gruppe aufgenommen. Als klar war, dass die Lieferwege von Albanien über den Kosovo, Serbien und Ungarn nach Österreich und weiter nach Deutschland führen, wurde im November das Bundeskriminalamt eingeschaltet, erklärte der dortige Zuständige für organisierte Kriminalität, Andreas Holzer.

Erste Festnahme in Serbien

Im Dezember 2016 gab es einen ersten Erfolg: In Serbien wurde ein Mann festgenommen, der eine Marihuana-Plantage betrieb, bei einer Hausdurchsuchung wurden knapp elf Kilogramm Marihuana sichergestellt. Die Ermittler hantelten sich weiter und identifizierten drei Kuriere.

Außerdem wurde bei der Auswertung ersichtlich, dass ein Mitglied der Gruppe mit einem Revolver ein Pelzmodengeschäft in Wien-Favoriten überfallen und etwa 100.000 Euro Schaden verursacht hatte. Auf dessen Konto ging auch ein Einbruch in Maria Enzersdorf. Er ist mittlerweile erstinstanzlich verurteilt.

Zwischen März und Mai dieses Jahres gab es dann gleich mehrere Schläge gegen die Organisation. In Serbien, Österreich und Ungarn wurden bei mehreren Aufgriffen 44 Kilogramm Marihuana sichergestellt. Im Juni nahmen die serbischen Ermittler den Hauptverdächtigen fest, im August ging den Polizisten auch ein Zollbeamter ins Netz.

64,5 Kilo Marihuana sichergestellt

Am Ende hatten die Ermittler 64,5 Kilogramm Marihuana aus dem Verkehr gezogen, das hauptsächlich per Auto nach Westeuropa geschmuggelt worden war. Die Drogen haben einen Straßenverkaufswert von rund 650.000 Euro. Dazu kamen in Österreich 450 Gramm Kokain und Heroin. Vier der ausnahmslos serbischen Verdächtigen wurden in Wien, Niederösterreich und Tirol aus dem Verkehr gezogen. Zwei der Festgenommenen sollen die Organisatoren gewesen sein.

"Wir haben die gesamte Vereinigung ausgehoben", sagte Holzer. Er schilderte, dass die Gruppe praktisch ausnahmslos über Messengerdienste miteinander kommunizierte. (APA, 4.10.2017)