Niederösterreich: Hilfe für Demenzpatienten und Angehörige

4. Oktober 2017, 15:01

Das Angebot umfasst kostenlose Hotline, Info-Homepage und Broschüre

St. Pölten – Der neue Demenz-Service NÖ hat am Mittwoch gestartet. Vorgestellt wurden Angebote wie eine kostenlose Hotline, die Info-Homepage www.demenzservicenoe.at und eine neue Broschüre, die Erkrankten und Angehörigen Hilfestellung und Orientierung im Gesundheitssystem bieten sollen. Zudem findet am 13. Oktober der erste Demenz-Tag bei freiem Eintritt im Veranstaltungszentrum (VAZ) St. Pölten statt.

Die neue Drehscheibe für die Demenzversorgung wurde beim NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) eingerichtet. Damit sollen Leistungen im Demenzbereich in Niederösterreich besser miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt werden – von den NÖ-Kliniken über die Pflege- und Betreuungszentren, Anbieter wie Caritas, Haus- und Fachärzte bis hin zu diversen Betreuungs- und Wohnformen. Unter der Hotline 0800 700 300 sind von Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr Experten erreichbar.

Zahl der Patienten wird sich womöglich verdoppeln

"Unser Ziel ist es, Betroffenen bestmöglich dabei zu helfen, lange selbstständig und aktiv zu bleiben und Angehörige zu unterstützen, damit sie durch die große Belastung in dieser schweren Lebenszeit nicht selbst erkranken", sagte NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP). "Wir wollen Menschen ermutigen, sich frühzeitig Hilfe zu holen, sowie ein größeres Verständnis für die Krankheit in der breiten Öffentlichkeit schaffen", erklärte Lea Hofer-Wecer, die die seit elf Jahren bestehende "Kompetenzstelle Demenz" in der Caritas der Diözese St. Pölten aufgebaut hat.

Derzeit gibt es in Niederösterreich 22.000 Demenzpatienten. Prognosen zufolge könnte sich die Zahl der Erkrankten aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Laut Statistiken wird 2050 rund ein Drittel der niederösterreichischen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Ab diesem Alter nehme die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, stark zu. (APA, 4.10.2017)