Zumtobel will in Vorarlberg nur noch Leuchten produzieren

4. Oktober 2017, 18:20

Die Zumtobel Group schließt Tridonic in Dornbirn. Komponenten werden künftig in Serbien gefertigt. Es soll zu keinen Künigungen kommen.

Dornbirn – Die Zumtobel Group verlagert ihre Komponentenfertigung von Dornbirn nach Serbien. Betroffen sind 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tridonic. Sie sollen künftig für die Zumtobel Lighting GmbH am Dornbirner Stammsitz des Unternehmens arbeiten. Der hohe Preisdruck zeige sich vor allem im Komponentensegment, argumentiert Zumtobel die Tridonic-Schließung in Dornbirn. In Niš, Serbien, könne zu optimalen Kosten produziert werden.

Zumtobel bezeichnet die Umstrukturierung als "Maßnahme zur Optimierung des Produktionsnetzwerks", die beiden Produktionswerke in Dornbirn würden zusammengefasst. Am Stammsitz konzentriere man sich künftig auf die Produktion von Leuchten.

Sozialplan für Härtefälle

Die Geschäftsführung sei der Belegschaft im Wort, während der nächsten dreieinhalb bis niemand zu kündigen, sagt Dietmar Dünser, Betriebsratsvorsitzender der Angestellten. Man habe sich auf eine gemeinsame Vorgangsweise geeinigt, um den Extremfall, eine rasche Schließung des Werkes zu verhindern. Auf die Einhaltung der Vereinbarung werde man sehr genau achten.

Für Härtefälle, etwa allein erziehende Frauen, die wegen geänderter Arbeitszeiten Probleme haben, erarbeite man einen Sozialplan. Der Betriebsrat werde jeden einzelnen Fall genau prüfen und für adäquate Arbeitsplätze sorgen. Dünser geht davon aus, dass es in den nächsten Jahren zu 50 bis 60 "natürlichen Abgängen" durch Selbstkündigung oder Pensionierung kommen wird.

Der Tridonic-Standort in der Dornbirner Färbergasse bleibt für Entwicklung, Logistik und Einkauf erhalten. In Serbien sollen in einem ersten Schritt 150 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Zumtobel Group ist an der Wiener Börse notiert und hat rund 6.500 Beschäftigte. Im Geschäftsjahr 2016/17 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2017 sank der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,6 Prozent auf 317,2 Millionen Euro (325,7 Mio. Euro. Der Periodengewinn fiel um 22,9 Prozent, von 12,6 Millionen auf 9,7 Millionen Euro. (Jutta Berger, 4.10.2017)