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Freundin des Las-Vegas-Attentäters bestreitet Mitwisserschaft

5. Oktober 2017, 05:42

"Es kam mir niemals in irgendeiner Weise in den Sinn, dass er eine Gewalttat gegen irgendjemanden plante" – Motiv weiterhin unklar

Las Vegas – Drei Tage nach dem Massaker von Las Vegas liegen die Motive des Attentäters weiter im Dunkeln. Auch die Befragung der Freundin des 64-jährigen Stephen Paddock durch die US-Bundespolizei FBI lieferte keine neuen Erkenntnisse. Behördenvertretern zufolge gab es bislang keine Hinweise, dass die 62-jährige Frau Kenntnis von Paddocks Pläne hatte. Ähnlich äußerte sich ihr Anwalt, der in Los Angeles eine Erklärung seiner Mandantin verlas. "Es kam mir niemals in irgendeiner Weise in den Sinn, dass er eine Gewalttat gegen irgendjemanden plante", wurde Paddocks Freundin zitiert.

Der Attentäter hatte den Ermittlungen zufolge am Sonntagabend während eines Country-Konzerts in Las Vegas in die Menge geschossen und 58 Menschen getötet, bevor er sich selbst das Leben nahm. Seine Freundin hielt sich zur Tatzeit zu einem Familienbesuch auf den Philippinen auf. Sie kehrte erst am Dienstag in die USA zurück. Dies sei freiwillig geschehen, ließ sie erklären. Paddock sei ein freundlicher, fürsorglicher und ruhiger Mensch gewesen. Er habe ihr das Flugticket für die Philippinen besorgt und ihr Geld überwiesen, damit sie dort eine Immobilie kaufen könne. Sie habe daher befürchtet, dass er die Verbindung mit ihr auflösen wolle.

Bisher keine Hinweise auf Motiv

Nach FBI-Angaben gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass das Attentat einen terroristischen Hintergrund hat. Paddock wird als Einzeltäter beschrieben. Seine Beweggründe sind auch deswegen so rätselhaft, weil er nicht in die Täterprofile ähnlicher Massaker passt. Er galt als wohlhabend und hatte keine Vorstrafen. Hinweise auf eine psychische Erkrankung oder soziale Entfremdung gibt es bisher nicht. Außerdem finden sich keine Anzeichen für extreme politische oder weltanschauliche Überzeugungen.

US-Präsident Donald Trump hat indes verletzte Opfer des Massakers besucht. "Wir sind für euch da", sagte er am Mittwoch nach einem Besuch im University Medical Center. Er teilte mit, dass er Überlebende ins Weiße Haus eingeladen habe, und würdigte mit seiner Frau Melania den Mut vieler Opfer, die verletzt zuerst anderen geholfen hätten, bevor sie Hilfe für sich suchten. Einige Republikaner zeigten sich zugleich offen, die Waffengesetze zum Teil zu verschärfen, wie die "New York Times" berichtete. Im Gespräch sind etwa Einschränkungen beim Erwerb sogenannter Bump-Stock-Devices, mit denen sich halbautomatische Gewehre zu vollautomatischen Waffen umbauen lassen. (Reuters, red, 5.10.2017)