Britische Notenbank will eine Brexit-Übergangsregelung bis Weihnachten

5. Oktober 2017, 08:30

Der Vizechef der britischen Notenbank warnt vor der Gefahr einer ungeordneten Abwanderung von Personen und Geschäftsaktivitäten in die EU

London – Bis Weihnachten muss nach Ansicht der britischen Notenbank (BoE) eine wasserdichte Vereinbarung für eine Übergangregelung nach dem Brexit 2019 stehen. Die Uhr ticke, mahnte der für die Finanzmarktaufsicht zuständige Vizechef der Bank of England, Sam Woods, am Mittwochabend. Außerdem sei die Position der Europäischen Union noch immer nicht klar.

Es bestehe die Gefahr einer ungeordneten Abwanderung von Personen und Geschäftsaktivitäten zur EU. Großbritannien will 2019 der Union endgültig "Goodbye" sagen. Das Land soll aus dem Binnenmarkt und der Zollunion austreten und strebt ein Freihandelsabkommen mit der EU an.

Mindestens 130 Bankenlizenzen

Die britische Notenbank geht nach früheren Angaben davon aus, dass sich mindestens 130 Geldhäuser aus Europa auf der Insel um eine Lizenz für die Zeit nach dem EU-Austritt bewerben dürften. Woods hat bereits rund 400 Banken aufgefordert, ihre Pläne für den Fall zu skizzieren, dass es zum geplanten Austrittsdatum Ende März 2019 weder ein neues Handelsabkommen mit der EU noch eine Übergangsregelung geben sollte. (APA, Reuters, 5.10.2017)