Deutsche Unternehmen immer häufiger Opfer von Cyberattacken

5. Oktober 2017, 14:42

Umfrage: 44 Prozent der Firmen wurden in vergangenen drei Jahren ausspioniert – EY: Dunkelziffer ist hoch

Die deutschen Unternehmen werden immer häufiger Opfer von Cyberattacken. 44 Prozent der Firmen wurden nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren ausspioniert, gut dreimal so viele wie noch vor zwei Jahren. Das ergab eine Befragung von 450 Unternehmen durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (früher Ernst & Young).

Viele bemerken Angriffe nicht

Die Dunkelziffer sei jedoch hoch, viele Firmen bemerkten den Angriff gar nicht, sagte EY-Experte Bodo Meseke am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie. 46 Prozent der Manager rechnen der Studie zufolge mit einer deutlich wachsenden Bedeutung von Angriffen auf ihr Unternehmen.

In einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte gaben 27 Prozent der Führungskräfte in mittleren und großen Unternehmen an, dass ihre Firma täglich IT-Angriffen ausgesetzt sei. Vor einem Jahr gaben dies 22 Prozent an, im Jahr 2013 waren es lediglich zwölf Prozent. 20 Prozent der Befragten werden der aktuellen Studie zufolge einmal oder mehrmals in der Woche angegriffen.

Auch Politiker befragt

Befragt wurden von Allensbach neben Unternehmen auch Politiker. 97 Prozent der Befragten beider Gruppen zusammengenommen gaben an, dass sie die Gefahr, die von groß angelegten Hackerangriffen ausgehen, für "sehr groß" oder "groß" halten. Jeweils drei Viertel (75 Prozent) der Befragten sehen ein großes Risiko darin, dass wichtige Infrastruktureinrichtungen wie Stromnetze oder Krankenhäuser durch einen Cyberangriff lahmgelegt werden. Ebenso viele befürchten eine Verseuchung mit Computerviren. (Reuters/APA, 5.10.2017)

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EY