Performing Sound: Grenzüberschreitungen in Performance und Musik

5. Oktober 2017, 16:00

Zwei Tage lang wird in Salzburg zwischen Performance, Pop und Noise experimentiert

Die Salzburger Galerie 5020 hat schon immer gerne über den Tellerrand der "klassischen" Kunst hinausgeschaut. Seit nun mehr zwei Jahren geschieht dies etwa mit dem vom "Elektronikland"-Preisträger 2015 und der Altstadtgalerie organisierten Festival und Symposium Performing Sound, das heuer an zwei Tagen über die Bühne geht.

Das Fragmentarische und Experimentelle zwischen den Bereichen Performance, Pop und Noise sowie das Überschreiten der Grenzen zwischen den Disziplinen gehört dabei ebenso zu den selbstgesteckten Zielen wie eine Bestandsaufnahme aktueller performativer Praktiken – und dies vor einem medientheoretischen Hintergrund.

Eine zentrale Frage ist dabei, welche Rolle das Unbestimmte eigentlich für "ein performatives Verständnis diskursiver Praktiken" (Karen Barad) spielt. Das heißt: inwiefern ein "posthumanistischer" performativer Ansatz die Wirkungsbereiche der Kunst verschiebt.

Widerspenstiges Potenzial

Im Symposium wird das "widerspenstige Potenzial" erörtert, das durch "illegitime" Herangehensweisen zwischen einzelnen Disziplinen, Kunstsparten und popkulturellen Genres generiert wird. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Performance und Musik, also jene Sparten, denen ästhetische, soziale und technische Grenzüberschreitungen nicht gerade fremd zu sein scheinen.

In der Galerie 5020 sprechen und diskutieren unter anderem die 5020-Leiterin Karolina Radenkovic, Thomas Edlinger, Didi Neidhart, Eva Fischer, Michael Manfé, Richardas Norvila, Anna Ceeh, Marius Schabella sowie auch Franz Pomassl.

Einfluss von Natur auf Kultur

Letzterer unterrichtet nicht nur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er ist auch Mitbegründer und Mitglied des Forschungskonsortiums ISSA (International Society For Sonic Arts) sowie – dies seit 1990 – Co-Betreiber des ersten österreichischen Elektroniklabels Laton. Pomassl wird gemeinsam mit Anna Ceeh über Utopie, Science-Fiction und Dystopie in der früheren UdSSR und auch der Post-UdSSR referieren.

Die abendlichen Konzerte im Salzburger Jazzit werden von Stefan Fraunberger bestritten, der in seinen Werken den Einfluss von Natur auf Kultur untersucht. Mit dabei sind aber auch Tara Transitory, Asfast, Dino Spiluttini, Polymer, Fågelle & BI:KEI, Fauna, Ziúr, SØS Gunver Ryberg, Born In Flamez.

Das wird ein offener Experimentierraum, der hiesige mit internationalen Klangkünstlern in Berührung bringen – und so etwaige Kooperationen ermöglichen soll. (dog, 5.10.2017)

6. & 7.: Salzburg, Galerie 5020 / Jazzit, ab 12.00 / Konzerte: ab 21.00

Performing Sound Symposium & Festival