Foto: Activision / Destiny 2

Activision patentiert Matchmaking-System, das Spieler zu Mikrotransaktionen verleitet

18. Oktober 2017, 11:58

Umstrittenes System soll laut dem Konzern noch nicht zum Einsatz kommen

Activision hat sich ein Patent auf ein neuartiges Matchmaking-System für Multiplayer-Spiele gesichert, das Spieler dazu verleitet, über Mikrotransaktionen bessere Ausrüstungsgegenstände zu erwerben. Eingereicht wurde der Patentantrag bereits 2015, am 17. Oktober 2017 wurde es vom U.S. Patent and Trademark Office erteilt.

Gegenüber der Branchenseite Glixel erklärte Activision, das Matchmaking-System sei unabhängig von hauseigenen Videospielprojekten vom internen Forschungsteam entwickelt worden. Tatsächlich komme es aber in keinem von Activisions aktuellen Games zur Anwendung. Auch nicht im von Bungie kreierten Shooter "Destiny 2".

Der Kunde an der Leine

Das Patent beschreibt ein komplexes System, das Spieler dazu bringen kann, für bessere Ausrüstungsgegenstände mehr Geld einzuwerfen, um rascher voranzukommen. Dabei berücksichtigt das System Faktoren wie Skill-Level, Latenz und andere Werte. Als Beispiel nennt das Patent einen fiktiven Anfänger, der gerne ein fortgeschrittener Scharfschütze in einem Game werden möchte. Diese Information wird dem Nutzerprofil entnommen, das in aktuellen Spielen unter anderem erfasst, welche Waffe jemand am häufigsten benutzt.

"Das Mikrotransaktionsteam könnte den Anfänger mit einem Spieler matchen, der bereits ein sehr fähiger Scharfschütze ist. Dadurch würde der Anfänger angespornt werden, In-Game-Gegenstände wie ein Gewehr zu erwerben, die von dem besseren Spieler verwendet werden", heißt es in dem Text.

Es geht noch weiter

Sollte der Anfänger daraufhin tatsächlich zuschlagen und einen entsprechenden Kauf tätigen, würde das Matchmakingsystem dies berücksichtigen und den Spieler beim nächsten Mal einer Partie zuteilen, in dem er die neue Waffe am besten einsetzen kann. Dadurch würde dem Kunden das Gefühl gegeben, dass der Kauf sich ausgezahlt hat und das System würde ihn nun weiter dazu ermutigen, auch in Zukunft ähnliche Kaufentscheidungen zu treffen.

In diesem Fall beschreibt Activision ausschließlich Shooter, doch könnte das System laut dem Patenteintrag auf beliebige Genres umgesetzt werden. Ob Activision diese Mechaniken in künftigen Games einsetzen wird, bleibt abzuwarten. Betrachtet man den Trend zu "Games als Service", liegt der Einsatz jedenfalls nicht fern. (18.10.2017)

Spiele wie "Destiny 2" leben davon, dass Spieler stunden investieren, um bessere Ausrüstungsgegenstände zu erhalten.
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