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Immobilienring startet Plattform nach MLS-Vorbild

23. Oktober 2017, 09:57

Gemeinsame Firma mit WKÖ und ÖVI geplant – Testphase soll ab März laufen

Wien – Seit zwei Jahren laufen die Vorarbeiten, im kommenden Frühjahr soll es soweit sein: Dann will der Immobilienring (IR), ein österreichweit aktives Maklernetzwerk, mit einer neuen Plattform starten, die die Zusammenarbeit einzelner Maklerbüros erleichtern bzw. intensivieren soll. Vorbild dafür sind die nordamerikanischen Märkte, wo das sogenannte "Multiple Listing System", kurz MLS, seit Jahrzehnten die Grundlage für das Maklerbusiness ist. Dort funktioniert das aber nur so gut, weil es Sanktionen für Makler gibt, die sich nicht an die Regeln halten – von Strafen bis hin zum Ausschluss aus dem MLS.

Genau so etwas schwebt auch Georg Spiegelfeld, Präsident des Immobilienrings und Immobilienunternehmer mit Büro in der Wiener Innenstadt, vor. Er sprach auf einer Pressekonferenz vor wenigen Tagen wörtlich von einem "Ehrenschiedsgericht", das dafür sorgen soll, dass sich alle an die Regeln halten.

"Nutzungsvereinbarungen"

Mit im Boot sind auch der WKÖ-Fachverband der Immobilientreuhänder und der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI). Diese beiden Organisationen werden mit dem Immobilienring eine gemeinsame Gesellschaft gründen, kündigte Spiegelfeld an und bestätigte auch Anton Holzapfel, Geschäftsführer des ÖVI. Letzterer steigt beim Thema "Schiedsgericht" aber auf die Bremse: "Nutzungsvereinbarungen" werde es geben, so Holzapfel zum Standard, die bei Missbrauch den sofortigen Ausschluss eines Maklers ermöglichen. Andere Sanktionen seien derzeit nicht angedacht, aber generell gebe es bei dem Projekt noch viel auszudiskutieren. Unter anderem bestehe noch "eine größere Anzahl an technischen Fragen", so Holzapfel.

Laut Spiegelfeld soll die bereits bestehende Website des Immobilienrings als Plattform fungieren, mehrere Immobilien-Softwareanbieter sollen mit Schnittstellen andocken. Ab März soll ein Testbetrieb laufen. Welche großen Maklerhäuser neben dem Immobilienring noch mitmachen werden, steht aber noch nicht fest. (mapu, 23.10.2017)