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Trump beschimpft US-Justiz nach Anschlag als "Witz" und "Lachnummer"

2. November 2017, 12:08

US-Präsident fordert die Todesstrafe für den Attentäter von Manhattan: "Wir müssen viel härter werden"

Washington/New York – US-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag in New York mit acht Toten die US-Justiz scharf kritisiert. "Wir brauchen eine schnelle Justiz, und wir brauchen eine starke Justiz – viel schneller und viel stärker, als sie jetzt ist", sagte Trump in einer Kabinettssitzung am Mittwoch.

"Denn was wir jetzt haben, ist ein Witz und eine Lachnummer. Es ist kein Wunder, dass so viel von diesem Zeug passiert." Zuvor hatte Trump erklärt: "Wir müssen viel härter werden. Wir müssen viel schlauer werden. Und wir müssen viel weniger politisch korrekt werden."

Todesstrafe droht

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat gegen den mutmaßlichen Attentäter Strafantrag wegen Unterstützung einer Terrororganisation gestellt. Dem Mann werden Unterstützung der Islamisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) sowie tödliche Gewalt und Zerstörung mit einem Fahrzeug vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Joon Kim. Dem 29-jährigen Usbeken kann die Todesstrafe drohen.

Trump mischte sich in die juristische Aufarbeitung ein, indem er twitterte: "Er hat acht Menschen getötet und 12 schwer verletzt. ER SOLLTE DIE TODESSTRAFE BEKOMMEN!" Der Mann hatte mit seinem Pick-up Radfahrer und Fußgänger im Süden Manhattans gerammt und überfahren.

Seit 2010 in den USA

Der festgenommene Usbeke hat laut den Ermittlern zugegeben, für die Todesfahrt vom IS inspiriert worden zu sein. Er habe ausgesagt, den Anschlag seit rund einem Jahr geplant zu haben, und keine Reue gezeigt. Der verletzte Angeklagte erschien im Rollstuhl zur Anhörung vor Gericht; er war nach dem Anschlag von der Polizei mit einem Bauchschuss gestoppt worden. Der zehnseitigen Anklageschrift zufolge sagte er umfassend aus und verzichtete auf einen Anwalt.

Die Bundespolizei FBI spürte zudem einen zweiten Usbeken auf, den sie zur Befragung gesucht hatte. Der 32-Jährige soll Ermittlerkreisen zufolge Kontakt zu dem mutmaßlichen Täter gehabt haben.

Der Angeklagte lebt seit 2010 in den USA und kam über die Green-Card-Verlosung ins Land. Trump will deswegen die Verlosung von dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen beenden und durch ein leistungsbasiertes Einwanderungssystem mit intensiver Personenüberprüfung ersetzen. Er hat zudem angekündigt, die Einreisekontrollen zu verschärfen. Trump sagte auch, er erwäge, den Mann in das US-Gefangenenlager Guantanamo bringen zu lassen. (APA, red, 2.11.2017)