Foto: Christina Fieber

Jacquère 2016 von Marie und Florian Curtet

Kolumne |
7. Dezember 2017, 09:39

In der lange ignorierten Region Savoyen machen Marie und Florian Curtet richtig guten Wein

Es soll ja immer noch Menschen geben, die behaupten, Bordeaux sei das Beste, was Frankreich weintechnisch zu bieten hat. Außerhalb von China sind aber wohl nur mehr wohlstandsvernachlässigte Nostalgiker bereit, für die Kiste eines Kultchâteaus den Preis eines Mittelklassewagens hinzublättern. Da feine Tröpfchen aus dem Burgund auch keine Schnäppchen sind, rücken neben den traditionellen Weinregionen Rhône, Languedoc oder Loire auch lange ignorierte Anbaugebiete wie Roussillon oder Jura in den Fokus.

Vor allem Savoyen, eine alpine Region an der Grenze zur Schweiz, galt lange als önologisches Niemandsland. Dabei steppt dort der Bär: Unzählige junge Betriebe zeigen der Weinwelt gerade, was sie draufhaben. Marie und Florian Curtet etwa haben erst letztes Jahr das Weingut von Lokalmatador Jaques Maillet übernommen. Jacquère 2016, aus der gleichnamigen regionalen Sorte, ist schonungsloser Weißwein: keine Rüschen – kein Blümchenmuster. Das ist purer Stoff. (Christina Fieber, RONDO, 7.12.2017)

Domaine Curtet, Jaquère 2016,
16,90 Euro bei Weinskandal