Foto: Star Wars Battlefront 2

"Star Wars Battlefront 2": Wer bezahlt, kann leichter gewinnen

10. November 2017, 11:06

Komplexes System und Star Cards und Lootboxen macht sich Glücksspielmechnismen zunutze

Wer im kommenden Shooter "Star Wars: Battlefront 2" Geld für Mikrotransaktionen ausgibt, kann sich so manche spielerischen Vorteile erwerben, ohne diese durch Spielfortschritte freizuschalten. Das geht aus Berichten von Spielern hervor, die bereits die Vorab-Version für PC und Xbox One über den Abodienst EA Access spielen.

Star Cards

Das gesamte Fortschrittssystem basiert auf so genannten Star Cards, mit denen man die Eigenschaften seiner Waffen und Vehikel verbessern kann. Unter anderem lässt sich damit die Zeit zur automatischen Regeneration der Gesundheit verkürzen oder bei Raumschiffen die Zeitspanne zwischen automatischen Anvisierung (auto lock-on) für Raketen verkleinern. Zudem kann man mit Star Cards unter anderem den Schaden vergrößern, der durch eine Waffen verursacht wird.

So spielt sich "Star Wars Battlefront 2".
wirspielen

Lootboxen

Um sowohl den spielerischen Ansporn als auch den Reiz zu erhöhen, vielleicht doch einmal Geld einzuwerfen, werden diese Star Cards ausschließlich über sogenannte Lootboxen ausgegeben. Das bedeutet, man weiß wie bei einem Spielautomaten nie genau, was man erhält, lediglich die Qualitätsstufe lässt sich im Vornherein festlegen– je nachdem, wie viele Spiel-Credits oder Echtgeld man für die Lootboxen ausgeben möchte.

So kann man drei verschiedene Lootboxen erwerben: Trooper, Starfighter und Hero, wobei Trooper-Boxen die teuersten sind. Erwerben kann man diese mit Credits, die man durch Spielleistung oder wiederum durch Lootboxen erhält sowie mittels Crystals, die man mit Echtgeld kaufen kann:

  • Trooper-Lootboxen kosten 4.000 Credits oder 200 Crystals
  • Starfighter-Lootboxen kosten 2.400 Credtis oder 120 Crystals
  • Hero-Lootboxen kosten 2.200 Credits oder 110 Crystals

Crystals kann man wiederum in folgenden Paketen erwerben:

  • 500 Crystals kosten 4,99 Euro
  • 1.000 Crystals kosten 9,99 Euro
  • 2.100 Crystals kosten 19,99 Euro
  • 4.400 Crystals kosten 39,99 Euro
  • 12.000 Crystals schlagen zum Diskontpreis mit 99,99 Euro zu Buche

Hürden und Anreize

Umso wertvoller die Lootbox, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man bessere Star Cards erhält. Diese Star Cards sind in vier Klassen unterteilt: Grau (schwächste), Grün, Blau, Violett (stärkste), wobei man letztere nicht durch Lootboxen erhält, sondern nur Crafting-Teile – dazu gleich mehr.

Damit man aber nicht einfach von Anfang an sein ganzes Geld zum maximalen Ausbau seines Charakters oder Schiffs ausgeben kann, wurden ein paar Hürden eingebaut: So kann man die jeweiligen Star-Card-Klassen nur ab einem bestimmten Erfahrungslevel aktivieren, den man wiederum ausschließlich übers Spielen steigern kann. Ab Level 10 kann man grüne Karten aktivieren, 15 braucht man für blaue Karten und violette Karten benötigen Level 20.

Die violetten Star Cards können, wie gesagt, ausschließlich über Crafting-Teile gebaut werden, die man wiederum über Lootboxen erhält. Mit diesen Crafting-Teilen lassen sich auch andere Karten bauen. Der Vorteil hier: Man kann gezielter herangehen, der Nachteil: Crafting-Teile sind seltener und man sollte sie sich wohl für die violetten Star Cards aufheben.

Pay2Win?

Ein taktisches Element ist, dass man nur maximal drei Star Cards gleichzeitig einsetzen kann. Slot zwei und drei muss man wiederum ein bestimmtes Level an Star-Card-Gesamtpunkten erreichen, was wiederum dazu anregt, höherwertige Star Cards zu erwerben.

EA hat damit zwar das Star Card-System seit den kritischen Stimmen zur Beta-Testversion angepasst, doch tatsächlich lediglich die violetten Karten aus den Lootboxen genommen. Das ändert in Summe aber nichts daran, dass man in "Battlefront 2", sofern man gewillt ist, Geld auszugeben, sich zahlreiche spielerische Vorteile erwerben und damit auch rascher in höhere Ränge aufsteigen kann, um wiederum bessere Eigenschaften für seine Helden und Raumschiffe zu aktivieren. Wie sich das auf die Community und den populären Mehrspielermodus auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Vollversion von "Star Wars Battlefront 2" ist ab 17. November für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. (zw, 10.11.2017)

wirspielen