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Bericht: Türkei bot Trump-Mann Flynn Millionen für Entführung Gülens an

10. November 2017, 23:27

Keine Hinweise auf Zahlungen an den ehemaligen Sicherheitsberater Trumps – Wall Street Journal und NBC berufen sich auf informierte Kreise – Flynns Anwalt dementiert

Washington/Ankara – US-Sonderermittler Robert Mueller geht Medienberichten zufolge dem Verdacht korrupter Absprachen zwischen der Türkei und dem früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn nach. Hochrangige türkische Regierungsvertreter sollen dem damaligen Donald-Trump-Vertrauten Flynn bis zu 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) zugesagt haben, wenn er die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen, den Ankara als Staatsfeind Nummer eins betrachtet, an die Türkei herbeiführe, berichteten das "Wall Street Journal" und der Sender NBC am Freitag.

US-Präsident Trump hatte Flynn nach dem Amtsantritt im Jänner zum Sicherheitsberater im Weißen Haus ernannt. Wenige Wochen später musste Flynn zurücktreten, weil er über vertrauliche Kontakte zum russischen Botschafter gelogen hatte.

Flynns Anwalt teilte am Freitagabend mit, dass die Anschuldigungen "ungeheuerlich" und "falsch" wären.

Ermittlungs-Schwerpunkt eigentlich Russland

Sonderermittler Mueller soll schwerpunktmäßig russische Manipulationen im US-Wahlkampf untersuchen. Den Medienberichten zufolge hat der Ermittler nun aber auch das Treffen Flynns mit türkischen Vertretern im Visier. Die Zeitung und der TV-Sender berufen sich auf mehrere Quellen mit Kenntnissen über den internen Stand von Muellers Ermittlungen.

Das Treffen soll im Dezember 2016 in New York stattgefunden haben – nach Trumps Wahlsieg, aber vor seinem Amtsantritt. Dabei sei unter anderem die Frage zur Sprache gekommen, ob der regierungskritische türkische Prediger Gülen heimlich in einem Privatjet aus den USA auf die türkische Gefängnisinsel Imrali ausgeflogen werden könnte, berichteten NBC und "Wall Street Journal".

Türkei geht mit Härte gegen Gülen vor

Die türkischen Vertreter hätten Flynn viel Geld für den Fall angeboten, dass er Gülens Auslieferung bewirke. Unklar sei aber, wie detailliert die Beratungen waren und ob tatsächlich bereits Geld geflossen sei, betonten die US-Medien.

Gülen verfügt in der Türkei über eine große Anhängerschaft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hält ihn für einen der Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs gegen ihn. Seitdem gehen die türkischen Behörden mit großer Härte gegen vermeintliche Gülen-Anhänger vor. (APA, 10.11.2017)