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Gratis-Handynutzung: Große Unterschiede bei Sozialtarifen

17. November 2017, 09:49

Wer Anspruch auf Zuschuss zum Fernsprechentgelt hat, kann bei vielen Mobilfunkern spezielle Tarife anmelden

Mobiltelefonie ist für die meisten Menschen in Österreich selbstverständlich. Dennoch bleibt es für einige Menschen ein Luxus, den sie sich kaum leisten können. Komplett verzichten muss man aber auch dann nicht, wenn man sich selbst sehr niedrige Monatsgebühren nicht leisten kann. Denn dafür gibt es den Zuschuss zum Fernsprechentgelt, der gleichzeitig auch eine Befreiung von den GIS-Gebühren mit sich bringt.

Wer ist bezugsberechtigt

Bezugsberechtigt sind verschiedenen Personengruppen. Dazu gehören unter anderem Arbeitslose, gehörlose Menschen, Bezieher von Mindestsicherung, Pflegegeld, Studienbeihilfe oder Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld sowie Pensionisten. Es gibt jedoch auch Grenzen beim Haushaltsnettoeinkommen. Detaillierte Informationen dazu findet man auf der Website der GIS sowie auf Help.gv.at.

Der monatliche Zuschuss beträgt 12 Euro – bis 2011 waren es noch 16,57 Euro. Wie Bedürftige diesen Zuschuss bei einem Mobilfunktarif in Anspruch nehmen können, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Entweder wird der Betrag auf die Telefonrechnung angerechnet oder es gibt einen speziellen Sozial-Tarif, der angemeldet werden kann. Die inkludierten Leistungen dieser Tarife unterscheiden sich bei den einzelnen Anbietern aber mitunter sehr stark.

Hohes Datenvolumen bei Help Mobile

Besonders viele Einheiten sind bei Help Mobile inkludiert. Mit einer GIS-Befreiung erhält man hier 5 GB, 1.000 Minuten und 500 SMS kostenlos. In der EU kann man 500 MB Datenvolumen verbrauchen. Werden nicht alle GB, SMS oder Minuten benötigt, können im Folgemonat bis zu 10 GB mitgenommen werden. Gesurft wird mit der maximal verfügbaren LTE-Geschwindigkeit. Eine Vertragsbindung oder Aktivierungsgebühr gibt es nicht. Ohne GIS-Bescheid kommt der Tarif auf monatlich 12 Euro.

Datentarif bei Spusu

Ähnlich gestaltet ist der Sozial-Tarif von Spusu, allerdings mit etwas weniger Einheiten. In dem Tarif sind 3,8 GB Datenvolumen, 400 Minuten und 100 SMS kostenlos enthalten. Telefonieminuten und SMS sowie 500 MB können auch in anderen EU-Ländern genutzt werden. Wer nicht alle Einheiten in einem Monat verbraucht, bekommt auch hier im darauffolgenden Monat ein höheres Datenvolumen gutgeschrieben – maximal sind das acht GB. Wer das inkludierte Limit überschreitet, zahlt 4 Cent pro Minute bzw. SMS und 0,004 Euro pro MB. Ohne positiven Bescheid für den Fernsprechentgelt-Zuschuss, kostet der Tarif ebenfalls 12 Euro im Monat.

Zahlen nach Verbrauch bei "3"

"3" bietet den Tarif Nimm3 Sozial. Dieser kommt ohne Grundgebühr, verrechnet wird nur der tatsächliche Verbrauch. Allerdings ist das Angebot nur für Nutzer geeignet, die nur telefonieren. Kostenlos inkludiert sind lediglich 150 Minuten in österreichische Netze. Darüber hinaus fallen bei Anrufen ins Netz von "3" drei Cent pro Minute an, bei Telefonaten in andere Netze 6,9 Cent. Der Versand einer SMS schlägt mit 15 Cent zu Buche. Im Netz surfen kann man mit diesem Tarif nicht. Sprecher Tom Tesch merkt dazu an: "Gleichzeitig bieten wir ohnehin eine große Zahl von aktuellen Tarifen, die dem Kommunikationsverhalten des Sozialhilfeempfängers eventuell noch besser und günstiger entsprechen."

Flexible Einheiten bei T-Mobile

T-Mobile bot berechtigten Nutzern früher mit Klax Sozial einen Tarif an, der inzwischen von My Klax Flex 5.000 abgelöst wurde. Darin enthalten sind 5.000 Einheiten, die Nutzer frei für Telefonie, SMS oder Datenverbrauch kostenlos nutzen können. Also eine Einheit entspricht beispielsweise einem MB oder einer Telefonieminute. Wer die Einheiten vor Ende des Abrechnungszeitraums von 30 Tagen aufbraucht, zahlt 0,09 Euro für jede weitere verbrauchte Einheit. Nach diesem Zeitraum bekommt man 5.000 neue Einheiten zur Verfügung gestellt. Im Download surfen Nutzer mit 20 Mbit/s. Regulär kostet der Tarif 10 Euro im Monat.

Eigener Tarif oder Gutschrift bei A1 und Bob

Marktführer A1 bietet mit seiner Marke B.Free ebenfalls einen eigenen Sozial-Tarif an. Der Zuschuss zum Fernsprechentgelt in Höhe von 12 Euro im Monat kann ansonsten auf alle Festnetz-, Kombi- und Handytarife von A1 frei gewählt werden. Bei Kombi- und Festnetz-Produkten legt der Anbieter 60 Freiminuten innerhalb Österreichs drauf. Im Tarif B.Free Social ist kein Datenvolumen inkludiert. Monatlich erhalten Nutzer ein Guthaben von 10 Euro für diesen Tarif. Telefonie ins eigene Netz, in fremde Mobilfunknetze sowie ins Festnetz kostet hier 0,167 Euro pro Minute.

Bei der A1-Marke Bob gibt es keinen speziellen Tarif, Nutzer können den Zuschuss von 12 Euro aber auf ausgewählte Tarife anmelden. Das sind: Austrobob/L, Bob, X-Trabob, Easybob M/L/XL, Superbob/LTE, Bigbob, Smartbob/XL sowie Bob Deutschland, Balkan und Türkei. Der Zuschuss wird dann als Gutschrift auf die Rechnung gebucht.

Es lohnt sich also, einen genauen Blick auf die Tarife zu werfen, wobei jene Tarife mit inkludiertem Datenvolumen wohl die besten Konditionen bieten. Informationen zur Anmeldung der Tarife findet man auf der jeweiligen Seiten des Mobilfunkers. (Birgit Riegler, 16.11.2017)