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Weltweite Umfrage: Welche Drogen konsumieren Sie?

24. November 2017, 11:11

Die größte Drogenumfrage der Welt gibt jährlich Einblicke in das Konsumverhalten einer Vielzahl von Menschen. Aktuell werden Teilnehmer gesucht

Im Vorjahr haben 4.848 Österreicher am Global Drug Survey teilgenommen, international waren es etwa 119.000. Der Fragebogen wird online ausgefüllt, ist freiwillig und anonym. Für Österreich hat die Studie gezeigt: Alkohol und Cannabis sind klar die Spitzenreiter auf der Drogenliste.

Zwei Drittel der Befragten haben im Jahr vor der Umfrage illegale psychoaktive Substanzen konsumiert – vier von fünf zumindest einmal in ihrem Leben. 15 bis 20 Prozent haben zudem MDMA, Kokain oder Speed eingenommen. Die detaillierten Ergebnisse des Global Drug Survey 2017 für Österreich können hier nachgelesen werden.

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International haben dabei etwa 60 Prozent der Befragten angegeben, Cannabis zu konsumieren. Gleichzeitig gab etwa jeder dritte Konsument an, dass er gerne weniger Marihuana rauchen würde. "Eine Legalisierung könnte auch dazu beitragen, dass Nutzer, deren Konsumverhalten gefährliche Ausmaße annimmt, eher um Hilfe bitten", attestierte der verantwortlichen Forscher damals. Ein Schwerpunkt des Global Drug Survey 2018 sind daher Strategien zur Aufgabe des Cannabiskonsums.

Der britische Suchtexperte Adam Winstock hat das Projekt ins Leben gerufen und als unabhängiges und selbstfinanziertes Institut gegründet. Einmal im Jahr führt ein Expertenteam die Onlinebefragung durch. Daraus wollen die Forscher Empfehlungen ableiten, wie Drogen mit weniger Risiko konsumiert werden können, und einen aufgeklärten Umgang fördern. Die Wissenschafter des Global Drug Survey sind auf Umfrageteilnehmer angewiesen und bitten auch in diesem Jahr wieder die Bevölkerung um Unterstützung. Hier können Sie daran teilnehmen.

Die Ergebnisse der Umfrage liegen im Frühjahr vor, DER STANDARD wird berichten. (bere, 24.11.2017)

Über den Global Drug Survey

Die Wissenschafter erfragen seit 2012 die Gewohnheiten von Drogenkonsumenten weltweit. 2017 haben 119.000 Menschen aus mehr als 50 Ländern den Fragebogen ausgefüllt. Ziel des Instituts ist, Risiken und Nebenwirkungen des Drogenkonsums zu minimieren, indem Daten darüber gesammelt werden, auf welche Art und Weise Drogen konsumiert werden.

Über die Methodik

Die Befragten werden nicht zufällig ausgewählt, sondern füllen freiwillig einen Onlinefragebogen über ihr Drogenkonsumverhalten aus. Die Umfrage ist anonym und nicht repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung des Landes. Die Ergebnisse bieten dennoch einen Einblick, wie Drogen konsumiert werden.

Warum online und anonym?

Das hat den Vorteil, dass die präsentierten Daten aktueller sind und Antworten wegen sozialer Erwünschtheit ausgeschlossen werden. Die Umfrage erreicht online mehr Menschen, als mit herkömmlichen Haushaltsbefragungen finanzierbar wäre.

Welche Nachteile hat eine anonyme Befragung?

Personen, die keinen Zugang zum Internet haben, können nicht teilnehmen. Möglich ist auch, dass Teilnehmer Antworten geben, von denen sie glauben, dass der Studienleiter sie gerne lesen würde. Erinnerungslücken ob des Drogenrauschs können die Studienergebnisse verzerren. Das Ausfüllen nimmt viel Zeit in Anspruch, weshalb davon auszugehen ist, dass vor allem Menschen teilnehmen, die sich stark mit ihrem Drogenkonsum auseinandersetzen.

Weitere Informationen:

Link zur Teilnahme am Global Drug Survey 2018

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