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Schnupfenzeit: Hände waschen statt desinfizieren

29. November 2017, 14:02

Die Umweltberatung rät von Desinfektionsmitteln und antimikrobiellen Reinigern im Haushalt ab

Auch in der Zeit von Husten, Schnupfen und Atemwegserkrankungen sollte man auf Desinfektionsmittel zur Vermeidung einer Ansteckung verzichten. Das rät die Umweltberatung und begründet diese Empfehlung mit der Gefahr der Entstehung multiresistenter Keime, die sich nicht mehr abtöten lassen.

"Der wirksamste Schutz ist ganz einfach: mehrmals täglich richtig die Hände waschen", so die Organisation. Reinigungsmittel mit Aufschriften wie "antimikrobiell" oder "desinfizierend" haben demnach in den eigenen vier Wänden nichts verloren. "Die Produkte für den Haushalt eignen sich nicht zur Abtötung von Keimen und es fehlt an Wissen zur richtigen Anwendung. Aus Haushalten gelangen durch unsachgemäße Anwendung viele Mittel ins Abwasser und belasten so die Kläranlagen und die Umwelt. Außerdem begünstigen sie die Bildung von resistenten Krankheitserregern. Diese trotzen den Desinfektionsmaßnahmen im Krankenhaus und erschweren die Bekämpfung von Krankheiten", erklärt Sandra Papes von der Uumweltberatung.

Zu Vorsicht rät die Organisation auch beim Wäschewaschen. Eine Studie im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft habe belegt, dass vor allem die Verwendung eines Hygienespülers gesundheitliche Folgen haben kann. Der Hygienespüler dient der Wäschedesinfektion und kommt wie Weichspüler beim letzten Spülgang der Wäschemaschine zum Einsatz. "Da das Mittel aber nach dem Waschen auf der Kleidung verbleibt, kann es den nützlichen Bakterien auf der Haut schaden. Zusätzlich können die Chemikalien in Hygienespülern Allergien auslösen. Problematisch ist das, weil ihre Inhaltsstoffe bereits in hoher Menge in den Lüftungsanlagen und im Hausstaub von Schulen nachgewiesen wurden", warnen die Fachleute. (APA, 29.11.2017)