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Rote Lehrer kündigen Widerstand gegen türkis-blaue Bildungspläne an

30. November 2017, 11:26

Der Sozialdemokratische LehrerInnenverein und die roten Pflichtschullehrergewerkschafter starten eine Unterschriftenaktion

Wien – Der Sozialdemokratische LehrerInnenverein (SLÖ) und die roten Pflichtschullehrergewerkschafter rufen zum "Widerstand gegen den Abbau von Schulautonomie" durch die ÖVP-FPÖ-Bildungspläne auf und starten dazu eine Unterschriftenaktion mit dem Titel "Setzen wir ein Zeichen". Grundsätzlich erfreut zeigen sich dagegen die AHS-Lehrer im ÖAAB – abgesehen von den Ideen für ein neues Dienstrecht.

Die roten Lehrer verweisen auf die Pläne der Koalitionsverhandler zum Ausbau der direkten Demokratie in Österreich. Gleichzeitig wolle man aber die schulautonomen Mitbestimmungsrechte der Schulpartner beschneiden. Derzeit können Eltern und Lehrer der jeweiligen Schule in den ersten drei Klassen Volksschule entscheiden, ob die Kinder mit Ziffernnoten oder durch eine alternative Leistungsbeschreibung beurteilt werden. Künftig sollen Ziffernnoten Pflicht werden und eine alternative Beschreibung nur zusätzlich möglich sein. Die geplante Umstellung stelle eine "Ignoranz gegenüber jahrelanger Schulentwicklungsarbeit und Missachtung von Schulpartnerrechten" dar.

Kritik an geplantem Lehrerdienstrecht

Umgekehrt freuen sich die AHS-Lehrer im ÖAAB unter anderem über den Erhalt des differenzierten Schulsystems sowie die Pläne zur Errichtung von AHS-Unterstufen in Regionen ohne gymnasiale Langform, zu verpflichtenden Deutsch-Förderkursen, zur Verankerung der Bildungspflicht sowie zum verpflichtenden Ethikunterricht für Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. "Sehr kritisch" sehe man dagegen eine Diskussion über ein neues Lehrerdienstrecht, hieß es in einer Aussendung. Erst vor vier Jahren habe man ein neues Regelwerk bekommen, das noch dazu erst 2019 voll in Kraft tritt. "Grundsätzlich gilt, dass Änderungen im Dienstrecht, aber auch im Besoldungsrecht – Stichwort outputorientierte Bezahlung – einer sozialpartnerschaftlichen Einigung bedürfen." (APA, 30.11.2017)