Foto: John Shearer/Invision/AP

Netzneutralität: Schauspielerin Alyssa Milano kontert Häme von FCC-Chef

1. Dezember 2017, 18:13

Ajit Pai hatte sich über Einsatz der Schauspielerin für Erhalt der Netzneutralität lustig gemacht

Alyssa Milano ist Schauspielerin, Designerin und Sängerin. Bekannt wurde sie in den 1980ern mit der Serie "Wer ist hier der Boss?" und später als gute Hexe in "Charmed". Alyssa Milano ist aber auch Aktivisten und leidenschaftliche Twitter-Nutzerin und hält dort mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Zuletzt in der #Metoo-Debatte aktiv, setzt sie sich auch für den Erhalt der Netzneutralität in den USA ein.

Netzneutralität droht das Aus

Auf Twitter warnte Milano davor, dass die Abschaffung der Netzneutralität eine Gefahr für die Demokratie darstellen würde. FCC-Chairman Ajit Pai, der die Abschaffung vorgeschlagen hat, machte sich vor wenigen Tagen im Rahmen einer Veranstaltung über Milano lustig. "Ich gefährde die Demokratie? Im Ernst? Wäre das hier ‚Wer ist hier der Boss?‘ könnte Tony Danza eine Standpauke darüber halten was passiert, wenn man Geschichten erfindet", so Pai laut Cnet. Danza spielte in der TV-Serie den Vater von Milano.

"Frauenfeinlicher, persönlicher Angriff"

Auf diese Häme hat Milano nun auf Twitter reagiert. Pai habe nicht mit Fakten gegen ihre Position argumentiert, sondern sie "frauenfeindlich und persönlich" attackiert. Die Kritik der Frauenfeindlichkeit richtet sich wohl an Pais Vorschlag, ein Mann müsse Milano die Leviten lesen. Im darauffolgenden Thread auf Twitter erklärt Milano detailliert, wieso sie die Abschaffung der Netzneutralität für gefährlich hält. Netzneutralität schütze vor Zensur und davor, dass Internetanbieter bestimmte Inhalte und Anwendungen gegenüber anderen bevorzugen. Sie bedeute individuelle Freiheit anstatt Kontrolle durch Firmen über das Internet.

Die Regulierungsbehörde FCC entscheidet im Dezember darüber, ob die unter Barack Obama eingeführten strengen Richtlinien zur Netzneutralität wieder zurückgezogen werden. Die Chancen dafür sind hoch. (br, 1.12.2017)