Foto: Bigelow Laboratory for Ocean Sciences

Wie Haie ihre Beute zur Migration zwingen

3. Dezember 2017, 18:38

Studie zeigt, dass Fische andere Futterstellen suchen, um Haien aus dem Weg zu gehen – was tiefgreifende Veränderungen nach sich zieht

East Boothbay – Als im Jahre 1995 wieder Wölfe im Yellowstone Nationalpark ausgesetzt wurden, hatten diese einen größeren Effekt als vielleicht zunächst vermutet. In den darauffolgenden Jahren wuchsen wieder mehr Pflanzen wie Weiden und Zitterpappeln, weil die Wölfe vermehrt Elche fraßen, die sich von diesen Baumarten ernährten. Mehr Bäume bedeuteten mehr Vogelarten und einen veränderten Flussverlauf, was wiederum Biber, Otter und Reptilien anlockte. Und so folgten weitere, sogenannte trophische Kaskadeneffekte, die den Nationalpark von Grund auf veränderten.

Die Wieder-Freilassung von Wölfen führte zu mehr Pflanzen, mehr Vögeln, mehr Reptilien, und einem anderen Flussverlauf
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Einen solchen Effekt zu messen, ist jedoch schwierig und die Verknüpfungen oft kaum identifizierbar. Wissenschafter des Bigelow Labratory for Ocean Science konnten nun jedoch einen ähnlichen Mechanismus im Meer nachweisen: Fische, die Angst vor Haien haben, würden gewisse Gegenden meiden und sich andere Orte zum Fressen suchen. Dadurch würde wiederum der Wuchs von Seegras beeinflusst, wie die Forscher rund um Doug Rasher in "Scientific Reports" schreiben.

Durch Monitoring-Prozesse an der Küste von Fidschi untersuchte Rashers Team die komplexen Beziehungen zwischen den Lebewesen. Die Studie ist dabei der erste, bekannte Fall von Haien, die ein Korallenriff maßgeblich beeinflussen. (krop, 3.12.2017)