Demo gegen Kürzungen im Kulturbudget: "Es ist absolut schäbig"

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4. Dezember 2017, 23:05

Über 1.000 Demonstranten gingen in Linz auf die Straße – Landeshauptmann Stelzer: "Auch künftig Spitzenreiter im Kulturgeschehen"

Linz – Etwa 1.000 bis 1.300 Demonstranten protestierten laut Polizeiangaben am Montag in Linz gegen Budgetkürzungen im Kulturbereich. Sie trotzten Wind und Schneeregen und versammelten sich am späten Montagnachmittag auf dem Martin-Luther-Platz inmitten der Linzer Innenstadt.

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Buntes Demotreiben

Ausgestattet mit Transparenten, Fahnen – "Kulturland retten", Oberöster-arm", "Liebling, ich hab' das Kulturbudget geschrumpft" – und Grablichtern, lauschte die wutentbrannte Menge gut eine Stunden lang den Rednern auf einem zur Bühne umfunktionierten Pritschenwagen. Darunter fand sich auch die als "Wut-Mama" aus dem Mühlviertel in die Protestgeschichte eingegangene Christiane Seufferlein. "Wir lassen und nicht mundtot und klein machen", appellierte die Biobäuerin an die Menge. Es sei "absolut schäbig, politisches Kleingeld auf dem Rücken der Kinder und Frauen zu machen". Nach den Reden setzte sich der Protesttross dann, begleitet von einem Partybus mit LED-Schlangen und DJ an Bord, in Richtung Linzer Landhaus in Bewegung.

Verständnis für "Unsicherheiten"

Ob dort noch Landeshauptmann Thomas Stelzer im Büro weilte, blieb ungewiss. Zumindest meldete sich dieser aber via Presseaussendung zu Wort: "Dafür, dass Neuerungen nicht nur Beifall ernten, sondern auch Unsicherheiten hervorrufen, habe ich Verständnis. Ich habe mich jedoch stets zu einem vielfältigen Kulturland Oberösterreich bekannt. Mit dem Landeshaushalt 2018 wird unser Bundesland weiterhin zu den Spitzenreitern im Kulturgeschehen von Österreich und vergleichbaren Regionen gehören."

Verständigungsprobleme

Am Dienstag steigt dann um 7.30 Uhr unmittelbar vor dem Landhaus die nächste Demo gegen die schwarz-blauen Sparpläne. Es wird die bereits dritte Kundgebung innerhalb von eineinhalb Wochen sein. Dem Vernehmen nach konnten sich nämlich die einzelnen Interessenvertretungen nicht auf einen gemeinsamen Groß-Demo-Auftritt einigen. (Markus Rohrhofer, 4.12.2017)

Update
Die Teilnehmerzahl wurde aktualisiert.