Orf.at zieht mit eigener Facebook-Präsenz nach – zum Ärger der Privaten

5. Dezember 2017, 15:50

Das Onlineportal zieht nach jahrelanger Abstinenz nach – Privatsender beobachten den Auftritt

Wien – Orf.at beendet seine Facebook-Absenz: Nachdem etwa ORF Sport, "Zeit im Bild", "Thema" oder ORF Kultur seit Jahren mit eigenen Seiten auf Facebook vertreten sind, ist seit Dienstag auch das Onlineportal des ORF auf dem sozialen Netzwerk präsent.

Die Redaktion begründet den Schritt auf orf.at nach hartem Ringen mit sich selbst so: "Mit dem Auftritt will ORF.at zeigen, dass auf Facebook Platz ist für verlässlichen Journalismus, der den Irrungen von Hörensagen und dubiosen Quellen mit gesicherten Fakten und Informationen begegnet. Und wir hoffen, dass das Publikum den ORF.at-Auftritt mindestens so spannend findet wie die Redaktion."

Den Verband Österreichischer Privatsender beschwichtigt das aber nicht. Seine Geschäftsführerin Corinna Drumm ärgert sich, "dass der ORF die ohnehin schon dominanten Online-Plattformen mit seinem gebührenfinanzierten Content weiter stärkt", meinte sie zur APA. "Die Frage – die wir genau beobachten werden – wird sein, ob er seine bestehenden Angebote dort 'nur' spiegelt oder zusätzliche Features/Inhalte anbietet."

Der Verfassungsgerichtshof hat das Facebook-Verbot für den ORF in zwei Schritten in den Jahren 2013 und 2014 gekippt. Bis dahin untersagte das ORF-Gesetz von 2010 dem ORF, auf sozialen Netzwerken aktiv zu werden. (red, APA, 5.12.2017)