Koalition: Schwarz gegen Schwarz in Tirol

6. Dezember 2017, 09:09

ÖVP-Wirtschaftsbundchef Hörl attackiert Parteifreundin, Landesrätin Palfrader nach Kritik an Koalitionsverhandler: "Ständige Querschüsse"

Innsbruck – Schwarz gegen Schwarz in der Tiroler ÖVP: Nachdem Bildungslandesrätin und Vize-Parteichefin Beate Palfrader Kritik an den Koalitionsverhandlern geübt hatte, reitet nun Wirtschaftsbundchef Franz Hörl eine scharfe Attacke gegen die Parteifreundin: Er habe wenig Verständnis für die "ständigen Querschüsse" Palfraders in Richtung Wien, erklärte Hörl gegenüber der APA.

Mit dem eindeutigen Ergebnis bei der Nationalratswahl habe die Österreichische Bevölkerung der zukünftigen Bundesregierung einen klaren Reformauftrag erteilt. "Es ist für mich deshalb auch gegenüber den Wählerinnen und Wählern einigermaßen befremdlich, wenn man jede Reformidee, die von den derzeit auf Bundesebene verhandelnden Parteien präsentiert wird, sofort ablehnt und glaubt, sich über dieses klare Wählervotum einfach hinwegsetzen zu können", kritisierte Hörl die Bildungslandesrätin.

Veränderungs-Fan

Er, so Hörl, wisse sich jedenfalls mit der Mehrheit der Wählerinnen und Wählern in voller Übereinstimmung, wenn man Parteichef Sebastian Kurz dabei unterstütze, "mutige neue Wege" zu gehen. "Ich bin überzeugt, dass wir in Österreich in vielen Bereichen schlanker und effizienter werden können. Ohne Veränderung wird das aber nicht möglich sein. Das werden irgendwann auch jene einsehen müssen, die derzeit offenbar noch glauben, dass Österreich am besten fährt, wenn alles so bleibt wie es ist. Am 15. Oktober haben sich die Menschen für Veränderung entschieden und nicht für einen sturen protektionistischen Stil", meinte der Wirtschaftsbundobmann und Seilbahn-Chef, der auf Platz drei der Landesliste für die Landtagswahl im Februar kandidiert.

Palfrader hatte sich am Montag gegenüber der APA über die mangelnde Einbindung der Länder beim Bildungsthema beklagt. "Nach wie vor kennen wir nur Überschriften. Dabei könnten wir unsere Erfahrungen einbringen", hatte sie erklärt. Bedenklich fand sie etwa die Verpflichtung, zu den Noten zurückzukehren, und die damit verbundene Abkehr von der Wahlfreiheit und der Schulautonomie. (APA, 6.12.2017)