Mord an Journalistin: Polizei auf Malta konfiszierte Boot

6. Dezember 2017, 16:42

Verdächtiger soll mit SMS Autobombe ausgelöst haben

Rom – Die Polizei hat auf Malta ein Boot konfisziert, das die Mörder der Journalistin Daphne Caruana Galizia verwendet haben sollen. Wie die Tageszeitung "Malta Today" berichtete, sollte vom Boot aus die SMS gesendet worden sein, mit der die Autobombe ausgelöst wurde, die die Journalistin getötet hatte.

Laut den Ermittlern ist die SMS von dem am Montag festgenommen George Degiorgio verschickt worden, nachdem dieser Grünes Licht von seinem Bruder Alfred erhalten hatte. Dieser befand sich vor dem Haus der Journalistin. Beide Brüder waren mit weiteren zehn Verdächtigen am Montag festgenommen worden.

Untersuchungshaft

Die Bloggerin Caruana Galizia wurde am 16. Oktober ermordet. Laut Polizei wurden die beiden Brüder Degiorgio und ein dritter Verdächtiger des Mordes angeklagt, die restlichen sieben gegen Kaution freigelassen. Die drei Angeklagten müssen in Untersuchungshaft.

Die angeklagten Männer sollen polizeibekannt und schon in frühere Straftaten verwickelt gewesen sein. Dazu gehöre auch ein gescheiterter Banküberfall und ein versuchter Mord an einem Polizisten, wie die Zeitungen "The Malta Independent" und die "Times of Malta" berichteten. Den Verdächtigen werde nun unter anderem vorgeworfen, Material für den Bombenbau und Waffen besessen zu haben.

Berichte über Korruption

Der Mord hatte das kleinste EU-Land geschockt und auch international Schlagzeilen gemacht. Die Bloggerin hatte unter anderem von Korruption und krimineller Unterwanderung des Landes berichtet. Auch hatte sie die Regierung der Mittelmeerinsel ins Visier genommen und über Offshore-Firmen von Regierungsmitarbeitern berichtet. (APA, 6.12.2017)