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Austria nach 0:0 gegen Athen ausgeschieden

7. Dezember 2017, 21:06

Die Veilchen suchen im Showdown um den Aufstieg vergeblich ihre Gefährlichkeit und müssen als Gruppenletzter die Europa League verlassen

Wien – Die Wiener Austria hat wie im Vorjahr den Aufstieg in die K.o.-Phase der Fußball-Europa-League verpasst. Österreichs stark ersatzgeschwächter Vizemeister kam am Donnerstagabend im abschließenden Heimspiel der Gruppe D gegen AEK Athen nicht über ein torloses Remis hinaus. Dieses reichte den ungeschlagenen Griechen (ein Sieg, fünf Remis) für Rang zwei und zum Einzug in die Runde der letzten 32.

Die Austria landete dagegen mit fünf Zählern auf dem letzten Platz, da HNK Rijeka mit einem 2:0-Heimsieg über Gruppensieger AC Milan noch an den Wienern vorbeizog. Durch das 0:0 ist das Team von Thorsten Fink nun schon acht Europacup-Heimspiele sieglos (drei Remis, fünf Niederlagen), der durchaus mögliche Aufstieg wurde also ganz klar im Happel-Stadion verpasst.

Schwache erste Halbzeit

Die erste Hälfte bot nur wenig Ansehnliches, da beide Mannschaften sehr vorsichtig agierten. Die einzig nennenswerte Chance vor der Pause hatten die Gäste in der 15. Minute nach einem Einwurf, bei dem sich Tarkan Serbest verschätzte. Dadurch kam der Argentinier Sergio Araujo aus rund sieben Metern zum Schuss, der aber hoch über die Latte flog.

Nach dem Wechsel präsentierte sich die Austria vor 23.133 Zuschauern – darunter rund 2.000 mitgereiste griechische Fans – stärker und hatte ihre beste Möglichkeit in der 68. Minute: Ein Schuss von Kapitän Raphael Holzhauser führte zu einer Doppel-Faustabwehr von AEK-Tormann Panagiotis Tsintotas, die genau bei Dominik Prokop landete. Doch der Kopfball U21-Spielers von der Strafraumgrenze zischte am langen Eck vorbei.

Ansonsten stand die Abwehr der Griechen, die kaum was für die Offensive taten, sicher. Damit muss die Austria weiter seit 18. August 2016 auf einen Europacup-Heimsieg warten. Damals feierten die Violetten im Europa-League-Play-off einen 2:1-Erfolg gegen Rosenborg Trondheim. In der folgenden Gruppenphase gab es ein Remis gegen Viktoria Pilsen bei zwei Niederlagen gegen die AS Roma und Astra Giurgiu.

Heuer starteten die Austria zu Hause mit einem 0:0 in der Qualifikation gegen Limassol, das 0:1 in St. Pölten gegen Osijek reichte für den Aufstieg in den Hauptbewerb. In diesem folgten dann ein 1:5 gegen Milan, ein 1:3 gegen Rijeka und eben das 0:0 am Donnerstagabend. Auswärts holte die Austria mit dem 2:2 in Athen und dem 4:1 in Rijeka vier Zähler. Nur in Mailand hatte es vor zwei Wochen erneut ein 1:5-Debakel gesetzt. (APA, 7.12.2017)

Fußball-Europa-League – Gruppe D, 6. Runde:
FK Austria Wien – AEK Athen 0:0
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 23.133, SR Craig Pawson/ENG.

Austria: Pentz – Blauensteiner, Kadiri, Serbest, Salamon (88. Sarkaria) – Holzhauser – Tajouri (72. Venuto), Prokop, Alhassan, Pires – Friesenbichler (77. Monschein)

AEK: Tsintotas – Galo, Vranjes, Tschyhrynskyj, Bakakis – Christodoulopoulos (64. Bakasetas), Simoes, Galanopoulos, Lopes – Araujo (74. Klonaridis), Livaja (90. Kone)

Gelbe Karten: Alhassan bzw. Vranjes, Tschyhrynskyj, Bakakis

Stimmen:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, leider hat uns der letzte Pass 20 Meter vor dem Tor gefehlt. Da haben wir einfach nicht den Spieler, der diesen letzten Pass spielen kann. In der zweiten Halbzeit haben wir fast gar nichts zugelassen."

Zum verhaltenen Beginn meinte der Deutsche: "Wir wollten nicht ins offene Messer laufen und schauen, wie der Gegner spielt, welches System er spielt, weil AEK Athen hat das System oft umgestellt. Die haben kein einziges Spiel in der Europa League verloren. Das war defensiv sicher die beste Mannschaft in unserer Gruppe."

Markus Kraetschmer (Austria-Vorstand): "Die Enttäuschung unmittelbar nach dem Spiel ist groß. Aber man muss fair gratulieren, AEK hat den Aufstieg mit einer abgebrühten Leistung verdient. Jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten. Wir hinken in der Liga an Punkten und in der Platzierung hinten nach. Jetzt müssen wir in Altach und gegen Sturm etwas holen."

Patrick Pentz (Austria-Tormann): "Wir haben einfach kein Tor gemacht. AEK ist hinten gut gestanden, es war nicht leicht, durchzukommen. Sie wollten die Null halten und kontern. Sicher hätten wir es besser machen können und ein Tor erzielen."

Tarkan Serbest (Austria-Spieler): "Wir wollten so lange wie möglich die Null stehen haben. Am Ende hat es leider nicht gereicht. Natürlich sind wir jetzt enttäuscht. Zweite Halbzeit haben wir alles nach vorne gehaut, nicht einer hat einen Meter weniger gegeben, aber das Tor ist nicht gelungen."

Manolo Jimenez (AEK-Trainer): "Wir hatten zwei klare Chancen in der ersten Spielhälfte, in der wir das Spiel entscheiden hätten können. Aber die Austria hat nie aufgegeben, sie war ein starker Gegner. Wir haben bis zum Schluss gezittert, aber wir hatten das Spiel unter Kontrolle."