Myanmar lässt Reuters-Journalisten weitere 14 Tage im Gefängnis

27. Dezember 2017, 10:45

Sollen angeblich Unterlagen zum Vorgehen des Militärs gegen Rohingya besessen haben

Yangon (Rangun) – Ein Gericht in Myanmar hat erneut 14 Tage Untersuchungshaft für zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters angeordnet. Die Männer befänden sich im Gefängnis Insein am Stadtrand von Yangon, wie ihr Anwalt Than Zaw Aung am Mittwoch mitteilte. Er versuche derzeit, Besuche von Familienangehörigen zu organisieren.

Am 12. Dezember wurden die zwei einheimischen Reuters-Mitarbeiter unter Berufung auf ein aus der britischen Kolonialzeit stammendes Gesetz zu Staatsgeheimnissen festgenommen. Sie sollen angeblich Unterlagen zum Vorgehen des myanmarischen Militärs gegen die muslimische Rohingya-Minderheit in der Krisenregion Rakhine besessen haben. Bei einer Verurteilung droht den Journalisten bis zu 14 Jahre Haft.

Nach UNO-Angaben sind mehr als 640.000 Rohingya über die Grenze ins benachbarte Bangladesch geflohen. In Myanmar ist das Militär auch nach dem Ende der jahrzehntelangen Diktatur noch an der Regierung beteiligt. (APA, dpa, 27.12.2017)