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"Sommer unter schwarzen Flügeln": Seele und Heim in Brand

2. Jänner 2018, 14:11

Die aus Syrien geflüchtete Nura trifft bei Peer Martin auf den Neonazi Calvin

Nura ist 17, Syrerin, Überlebende, Flüchtling in Deutschland. Warum sie ausgerechnet bei einer zufälligen Begegnung mit Calvin, dem Neonazi, sich ihre Wunden von der Seele zu erzählen beginnt, kann sie sich nicht erklären. Warum Calvin, der wie seine Freunde die "Asylbetrüger-Brut" hasst, zuhört und ihre Worte nicht mehr aus dem Kopf bringt, kann er sich nicht erklären.

Die erwachende Liebe zwischen den beiden existiert und darf doch nicht sein – "Rassenschande" tolerieren Calvins "Freunde" nicht, Verräter müssen um ihr Leben fürchten, Ausländer sowieso: Das Flüchtlingsheim soll brennen. Und wie soll Nura erklären, dass sie sich auf de Todfeind einlässt?

Authentisch, verstörend, ergreifend – Peer Martins Debüt wurde mit viel Herzblut und kenntnisreich geschrieben für "Menschen, die vielleicht lernen können, Gewalt und Hass zu begreifen und zu einer Generation heranzuwachsen, die sie nicht mehr zulässt". In diesem Sinn ein Buch für junge Menschen, hat es die Substanz, allen ein Augenöffner zu sein. Wärmste Empfehlung! (Helmuth Santler, 30.12.2017)