Arbeitslosigkeit 2017 weiter zurückgegangen

2. Jänner 2018, 10:21

Ende Dezember waren 443.481 Personen auf Arbeitssuche. Schwer haben es vor allem ältere Menschen, Ausländer und Langzeitarbeitslose

Wien – Das Jahr 2017 hat dem Arbeitsmarkt nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit eine Trendwende gebracht. Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat Ende Dezember 2017 ein Beschäftigungswachstum um mehr als 80.000 und fast 28.000 weniger Menschen ohne Job registriert.

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"Weiter steigende Stellenmeldungen sowie alle vorliegende Prognosen lassen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit über das ganze heurige Jahr erwarten", twitterte AMS-Chef Johannes Kopf am Dienstag. In allen Bundesländern, großen Branchen sowie bei Jung und Alt seien die Vorgemerktenzahlen rückläufig, so Kopf.

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Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze lag Ende Dezember mit 54.818 um 31 Prozent über dem Vorjahreswert. 64.740 Personen befanden sich in Schulungen durch das Arbeitsmarktservice, ein Plus von 6,6 Prozent. Einen deutlichen Anstieg gab es bei Ausländern in Schulungen (+20,8 Prozent) sowie Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten (+33,3 Prozent).

Rückgang vor allem bei Jugendlichen

In Summe waren Ende Dezember 443.481 Personen auf Arbeitssuche, das bedeutet einen Rückgang von 5,9 Prozent. Besonders deutlich war der Rückgang bei Jugendlichen zwischen 15 und 24: In dieser Altersgruppe verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 17,2 Prozent.

Zwar hat sich die Zahl der Arbeitslosen auch bei den Älteren reduziert, allerdings nur um zwei Prozent. Schwieriger als für andere Gruppen, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, war es auch für Ausländer (–3,9 Prozent), Langzeitarbeitslose (–4,4 Prozent) sowie behinderte Personen (–0,8 Prozent).

Männer (–8,3 Prozent) profitierten zum Jahresausklang etwas mehr von der Erholung am Arbeitsmarkt als Frauen (–6,8 Prozent), Inländer (–9,4 Prozent) mehr als Ausländer (–3,9 Prozent). Vor allem bei den über 50-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit bei Männern (–3,0 Prozent) stärker zurückgegangen als bei Frauen (–0,1 Prozent).

Mehr offene Lehrstellen

Am Lehrstellenmarkt gibt es nach wie vor mehr Lehrstellensuchende (6.340) als gemeldete offene Stellen (4.273). Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht lediglich in Tirol, Salzburg und Oberösterreich. Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende Dezember um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um 26 Prozent zugenommen hat.

Im Dezember 2017 ist die Arbeitslosigkeit in allen Branchen zurückgegangen: In der Bauwirtschaft waren um acht Prozent weniger Personen vorgemerkt, in der Warenproduktion um 12,9 Prozent und in der Arbeitskräfteüberlassung um 7,8 Prozent. Auch vom Tourismus (–11,7 Prozent) und Handel (–9,7 Prozent) kamen rückläufige Arbeitslosenzahlen.

Vor allem an der Entwicklung der offenen Stellen zeigt sich, dass der starke Aufwärtstrend in der österreichischen Wirtschaft weiter anhält. Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze liegt Ende Dezember mit 54.818 nunmehr um +31% über dem Vorjahreswert. Ein anderer, noch aussagekräftigerer Indikator für die starke Arbeitskräftenachfrage ist der gesamte Zugang an offenen Stellen beim AMS im Jahr 2017: Dieser Wert lag um rund 15 Prozent über dem des Jahres 2016. (APA, 2.1.2018)