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Wie Hersteller und Mobilfunker Android-Geräte verschlechtern

13. Jänner 2018, 09:59

Bloatware, Interface-Anpassungen und verspätete Updates senken die Performance von Smartphones – manchmal erheblich

Eine der Kerneigenschaften von Android ist, dass das System sehr offen ist. Das nutzen Smartphonehersteller und Mobilfunkbetreiber oft aus – was für den Endnutzer manchmal nicht unbedingt von Vorteil ist. Während die Offenheit des Systems viele Möglichkeiten zur Anpassung bedeutet, kommt es oft vor, dass die Performance, der Speicher oder andere Aspekte des Geräts darunter leiden. Das Onlinemagazin "How-to-Geek" hat einige Beispiele hierfür beschrieben.

Nicht deinstallierbare Bloatware

Bei Bloatware handelt es sich um Software, die bereits vom Hersteller oder Mobilfunkbetreiber vorinstalliert wurde. Das können zwar auch brauchbare Programme wie etwa die Fitnesstracker "Huawei Health" und Samsungs "SHealth", aber auch ungewollte Spiele sein.

Das Problem hierbei ist, dass solche Apps sowieso im Play Store gedownloadet werden könnten. Die Vorinstallation bedeutet zumeist bloß, dass man sie ohne spezielle Umwege nicht deinstallieren kann. Gerade bei Smartphones mit wenig Speicherplatz kann dies problematisch sein.

Interfaceanpassungen, die nicht deaktiviert werden können

Viele Smartphonehersteller passen das pure Android mit einem eigenen Launcher an. Ein Beispiel dafür ist Samsungs TouchWiz. Zwar lässt sich ein anderer Launcher aus dem Play Store installieren, allerdings ist es nicht möglich, zu dem standardmäßigen Android-Launcher zu wechseln. Der einzige Weg, dies zu umgehen, ist, eine Custom-ROM zu installieren, also ein alternatives Betriebssystem, welches sich an das puren Android richtet.

Unveröffentlichte oder verspätete Updates

Hersteller müssen bei Updates das eigene Android erst anpassen und selbst aktualisieren, damit es mit dem Update kompatibel ist, bevor sie es an Nutzer aussenden. Das bedeutet oft lange Wartezeiten für einfache Updates – aber auch einen verfrühten Update-Stopp. Smartphonehersteller verkürzen so die Lebensdauer eines Geräts künstlich und zwingen Nutzer dazu, neue Geräte zu kaufen, um kein vermeintlich veraltetes Smartphone mehr zu besitzen. (muz, 13.1.2018)