Foto: AP/Ciro Fusco

"Meiner ist größer"

Einserkastl |
3. Jänner 2018, 16:54

Die Frage nach der geistigen Stabilität von Donald Trump stellt sich schon lange

Werden die USA von einem 13-jährigen Teenager regiert? "Meiner ist größer als deiner"? Donald Trump hat auf eine Provokation des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un so reagiert: Man möge Kim informieren, "dass auch ich einen Atomwaffenknopf habe, aber er ist viel größer und mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!"

Die Frage nach der geistigen Stabilität von Trump stellt sich schon lange. Angesichts der Tatsache, dass der US-Präsident allein einen Atomangriff befehlen kann, ist das kein beruhigender Gedanke. Auch andere Präsidenten, auch solche im Atomzeitalter, waren psychisch beeinträchtigt. Einer der größten, Abraham Lincoln, litt unter Depressionen, Richard Nixon war ein depressiver Trinker. Während einer Krise im Jom-Kippur-Krieg 1973, als die Sowjets mit einem militärischen Eingreifen zu drohen schienen, lag Nixon betrunken im Bett. Kissinger und der damalige Verteidigungsminister Haig lösten die Krise allein.

In den letzten "Watergate"-Monaten von Richard Nixon gab Verteidigungsminister James Schlesinger den (womöglich verfassungswidrigen) Befehl, dass, wenn Nixon eine Anordnung zum Nuklearschlag geben sollte, die militärischen Kommandeure das nicht wie vorgesehen sofort ausführen, sondern erst mit Schlesinger oder Außenminister Kissinger Rücksprache halten sollten.

Gibt es heute so jemanden im Weißen Haus? (Hans Rauscher, 3.1.2018)

Weitere Kommentare von Hans Rauscher lesen Sie hier.