DER STANDARD

Eine radikale Regierung, die das Land zerreißen will

Blog mit Video |
7. Jänner 2018, 12:13

Kurz und Strache haben Glück, dass die Erde keine Scheibe ist

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Drei Wochen nach Antritt der Regierung Kurz und Strache sind die naiven Illusionen, diese Regierung könnte sich normalisieren, zerstoben. Es kommt eher schlimmer, als noch die Pessimisten erwartet haben. Die Regierung zieht stramm nach rechts; statt sich gegenseitig zu bremsen, kombiniert sie vielmehr die schlimmsten Seiten der beiden Koalitionspartner: die Anti-Ausländer-Politik und den rechten Autoritarismus der FPÖ sowie die neoliberale Verachtung der Mittel- und Unterschichten der ÖVP.

Noch im Staatsamt propagiert der Vizekanzler ultrarechte Pseudomedien wie unzensuriert.at und husst die Leute gegen Kinder mit dem Namen "Mohammed" auf, just in einer Woche, in der ein aufgehetzter Internetmob über das Neujahrsbaby Asel herzieht. Und der Kanzler? Während etwa vom Kardinal über den Präsidenten bis zum Oppositionsführer alle klare Worte zu dem Internetmob-Skandal um Asel gefunden haben, war von Kurz bis Stand Sonntagmittag nichts zu hören. Zu einem Skandal, wohlgemerkt, der dem Land bis zur "New York Times" Schlagzeilen eingebracht hat! Sorry to say, aber so jemand ist kein Kanzler, so jemand ist ein Kanzlerdarsteller.

Schade eigentlich, dass die Erde keine Scheibe ist. Noch einen Schritt weiter nämlich, und sie würden dann rechts runterfallen. (Robert Misik, 7.1.2018)