In Israel gefundene Faustkeile sind fast eine halbe Million Jahre alt

7. Jänner 2018, 17:13

Forscher sind auf umfangreiche Hinterlassenschaften des Homo erectus gestoßen

Tel Aviv – Israelische Forscher haben bei Ausgrabungen eine große prähistorische Stätte entdeckt (Fotos finden Sie hier). In der Nähe von Jaljulia nordöstlich von Tel Aviv seien hunderte Faustkeilen aus Feuerstein geborgen worden, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Die "seltene und wichtige Stätte" sei etwa einen Hektar groß und rund eine halbe Million Jahre alt.

Damit ist sie etwa doppelt so alt wie der Homo sapiens, die Funde werden daher unserem Vorfahren, dem Homo erectus, zugeschrieben. Ausgrabungsleiterin Maajan Schemer sprach von "großartigen Funden" in exzellentem Zustand. "Wir sehen hier eine große technologische Vielfalt, und die Erforschung dieser Fundstücke wird uns ein besseres Verständnis der Lebensweise und des menschlichen Verhaltens zu der Zeit ermöglichen, als der Homo erectus unsere Region bevölkerte."

Blick zurück in der Zeit

Die Stätte habe damals offenbar gute Nahrungsquellen, sauberes Wasser und Feuerstein-Vorkommen geboten. Die Herstellung der Faustkeile – etwa handgroße Steine in Tränenform – habe große Geschicklichkeit erfordert.

Fünf Meter unter der Oberfläche sei "eine uralte Landschaft wunderbar bewahrt worden", sagte der Archäologieprofessor Ran Barkai von der Universität Tel Aviv. Die menschliche Geschichte sei "unter der Erde begraben, und wir haben eine einmalige Gelegenheit, eine halbe Million Jahre zurückzureisen und die Urmenschen besser kennenzulernen, die hier vor uns lebten". (APA, red, 7. 1. 2018)