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Aufregung um Dönmez-Artikel in "Info-Direkt"

8. Jänner 2018, 13:45

Mauthausen-Komitee, SPÖ und Liste Pilz kritisieren Kommentar mit dem Titel "Ziel Euro-Islam?"

In der Dezember-Ausgabe des FPÖ-nahen Monatsmagazins "Info-Direkt" ist der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez mit einem Kommentar zum "Euro-Islam" vertreten. Dafür hagelt es nun Kritik von mehreren Seiten.

"Auf diese Weise unterstützt der ÖVP-Abgeordnete die Verbreitung von rassistischen Verschwörungstheorien und übelstem Antisemitismus", kritisiert Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen-Komitees. Wenn ein Abgeordneter für ein "rechtsextremes und antisemitisches Blatt" schreibe, habe er entweder "keine Ahnung" oder handle bewusst demokratiefeindlich. Das Verhalten sei jedenfalls untragbar, Mernyi fordert deshalb ÖVP-Chef Sebastian Kurz auf, Konsequenzen zu ziehen.

Kritik von SPÖ und Liste Pilz

Auch Sabine Schatz (SPÖ), wie Dönmez neu im Nationalrat, ersucht Kurz, sich von dem Magazin zu distanzieren. "Dönmez legitimiert das Heft und dessen problematische Blattlinie mitsamt den Personen, die dieses Magazin hervorbringen", kritisiert sie.

Sebastian Bohrn-Mena von der Liste Pilz habe Kurz bereits am 3. Jänner über den Artikel informiert, jedoch keine Antwort erhalten. "Es ist unerträglich, wie blind sich der Bundeskanzler offenbar bei Rechtsextremismus stellt", teilt Bohrn-Mena mit.

Dönmez nahm schon vergangene Woche auf Twitter Stellung zu dem Beitrag. Der Kommentar sei zuvor bereits in den "Oberösterreichischen Nachrichten" erschienen.

Magazin mit Verbindungen zur FPÖ

Die Autoren von "Info-Direkt" haben teilweise Verbindungen zur FPÖ. Stefan Magnet ist ehemaliger Führungskader im Bund freier Jugend (BfJ) und begleitete den damaligen FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache 2016 auf einer Reise nach Moskau. Jan Ackermeier, ebenfalls Print-Koordinator, ist politischer Referent bei der FPÖ Oberösterreich. Online-Koordinator Stefan Juritz erregte 2007 Aufmerksamkeit, als er in einer Aussendung die Abschaffung des Verbotsgesetzes forderte. (pp, 8.1.2018)