Die Flüsse Nordamerikas werden immer salziger

9. Jänner 2018, 12:30

Großangelegte Studie zeigt kontinentale Verschlechterung der Wasserqualität

College Park – Die Flüsse Nordamerikas entfernen sich immer mehr von ihrem natürlichen pH-Wert – und Schuld daran sind nicht zuletzt auch winterliche Kältephasen, wie jene, die derzeit die USA und Kanada fest im Griff hält. Das Phänomen könnte sich nicht nur zu einem großen Problem für die landesweite Trinkwasserversorgung entwickeln, es dürfte künftig auch die Ökosysteme beeinträchtigen.

Ein Team um Sujay Kaushal von der University of Maryland hat sich die vom U.S. Geological Survey gesammelten Daten zur Süßwasserqualität der vergangenen 50 Jahre genauer angesehen. Dabei stellten die Wissenschafter fest, dass der pH-Wert mancher Flüsse in diesem Zeitraum um bis zu 66 Prozent gestiegen ist, diese also zunehmend alkalischer werden. Andere wiederum zeigten eine signifikante Versauerung.

Trinkwasserkrise

Die Forscher machen vor allem Enteisungssalze und Kalium-, Kalzium- und Magnesiumsalze aus landwirtschaftlichen Düngemitteln für den Anstieg verantwortlich. Dieses "Süßwasser-Versalzungssyndrom", wie das Phänomen von den Forschern in der Fachzeitschrift "PNAS" bezeichnet wird, hat sich schon 2014 in Flint, Michigan, als enormes Problem erwiesen.

Damals wechselte die Stadt zum Flint River als primäre Süßwasserquelle. Dieser erwies sich allerdings wegen seines hohen Salzgehaltes und zahlreicher chemischer Substanzen, die unter anderem Blei aus den Trinkwasserleitungen herauslösten, als für die Bevölkerung gesundheitsgefährdend, was schließlich zu einer von den Behörden lange ignorierten Trinkwasserkrise führte. (red, 9.1.2018)