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Brexit-Studie: 1.000 Jobs in Österreichs Autobranche gefährdet

11. Jänner 2018, 09:44

Deloitte: Heimische Autozulieferindustrie würde bis zu 480 Millionen Euro weniger Umsatz machen

Wien / London – Im Falle eines harten Brexits sind in der österreichischen Automobilbranche rund 1.000 Jobs gefährdet. Zudem droht der heimischen Automobilzulieferindustrie ein Umsatzrückgang von rund 480 Millionen Euro, geht aus einer aktualisierten Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte hervor.

"Der Brexit stellt eine große Gefahr für Jobs in der österreichischen Automobilzulieferindustrie dar", so Ben Trask, Partner bei Deloitte Österreich und Brexit-Experte.

Deloitte hat die potenziellen Folgen eines harten Brexits für die Automobilzulieferindustrie analysiert. Demnach werden in Österreich rund 3.100 Personen aufgrund des britisch-europäischen Autohandels beschäftigt. Durch einen harten Brexit würde die Beschäftigtenzahl auf rund 2.100 sinken.

Der für die österreichische Automobilbranche prognostizierte Umsatzrückgang von 480 Millionen Euro entspricht rund 1,5 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Der Rückgang entsteht zum einen direkt aufgrund der Abnahme der Automobilumsätze um rund 106 Millionen Euro, zum anderen vor allem indirekt durch den Rückgang der zugelieferten Autoteile um rund 375 Millionen Euro, erläutert Trask.

770.000 Autos weniger

Der Gesamteffekt eines harten Brexits für den europäischen Autoabsatz – zum Zeitpunkt des voraussichtlichen EU-Austritts von Großbritannien 2019 – wird auf minus 770.000 Autos prognostiziert. Das entspricht rund vier Prozent der aktuellen Automobilproduktion der EU in Höhe von 17 Millionen Autos. "Gleichzeitig würden die Umsätze europäischer Autoproduzenten um rund 20 Milliarden Euro sinken", so Trask.

Weiters rechnen die Berater im Falle eines harten Brexits mit zahlreichen weiteren Herausforderungen wie steigenden Bürokratiekosten oder längeren Lieferzeiten. Mittelfristig stehen zwischen Herstellern und Zulieferern auch erneute Vertragsverhandlungen an. Längerfristig sei mit unterschiedlichen Produktstandards im Vereinten Königreich zu rechnen, was zu steigenden Kosten sowie finanziellen und zeitlichen Aufwendungen für Zulassungs- und Patentverfahren führen könnte.

"Ein harter Brexit nützt niemandem. Eine Entscheidung über diesen liegt allerdings nicht bei den Unternehmen, sondern bei den politischen Entscheidungsträgern. Was Unternehmen tun können, ist sich auf den 'worst-case' vorzubereiten", so der Brexit-Experte.

Für das Szenario eines harten Brexits wurden die Annahmen von WTO-Zöllen und ein zehnprozentiger Wertrückgang des britischen Pfund unterstellt. (APA, 11.1.2018)