JP Morgan Chase und Wells Fargo bleiben Gewinnmaschinen

12. Jänner 2018, 17:14

US-Steuerreform hinterließ tiefe Spuren in den Bilanzen

New York/San Francisco – Die US-Großbanken JP Morgan Chase und Wells Fargo haben trotz einiger Rückschläge ein einträgliches Jahr hinter sich. JP Morgan verdiente unterm Strich 24,4 Milliarden Dollar (20,1 Milliarden Euro), obwohl schwache Kapitalmärkte das Wall-Street-Haus belasteten. Wells Fargo aus San Francisco kam auf einen Gewinn von 22,2 Milliarden Dollar – trotz einer weiteren hohen Rechnung für den Scheinkonten-Skandal der Bank.

Das geht aus den am Freitag vorgelegten Ergebnissen hervor. Die Gewinne lagen damit ähnlich hoch wie im Vorjahr.

Die Zahlen wurden massiv durch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump verzerrt, die sich höchst unterschiedlich auswirkte. Bei JP Morgan schlug sie mit einer einmaligen Belastung von 2,4 Milliarden Dollar ins Kontor – es handelte sich vor allem um eine Sonderabgabe auf im Ausland geparkte Gewinne. Dadurch rutschte das Ergebnis im Schlussquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar ab. Ohne diese Belastung, so rechnete JP Morgan vor, wäre der Gewinn hier praktisch stabil geblieben.

Steuerquote fällt

Bankchef Jamie Dimon lobte die Steuerreform aber ausdrücklich – sie mache die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger und komme damit letztlich allen Amerikanern zugute. Kern des Regelwerks ist eine deutliche Absenkung der Unternehmenssteuern. JP Morgan erklärte, dass die eigene effektive Steuerquote von 32 auf 19 Prozent fallen werde. So dürfte dieses Jahr deutlich mehr Gewinn hängen bleiben.

Wells Fargo gehört dagegen schon heute zu den Profiteuren der neuen Steuergesetze. Das Geldhaus musste im Schlussquartal zwar massive Belastungen von rund 3,3 Milliarden Dollar wegen Rechtskosten schultern, konnte dies aber durch positive Effekte aus der Steuerreform mehr als ausgleichen. Zudem profitierte Wells Fargo vom Verkauf einer Tochterfirma aus dem Versicherungsbereich.

Skandal

Im vierten Quartal verdiente das Geldhaus aus San Francisco somit unterm Strich fast 6,2 Milliarden Dollar und damit annähernd ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei kämpft die Großbank seit einiger Zeit mit einem Skandal um fingierte Konten, in den zahlreiche Mitarbeiter verstrickt sind. Es gab zahlreiche Entlassungen sowie Millionenstrafen von US-Behörden und Vergleiche mit Sammelklägern. (APA, 12.1.2018)