Foto: Reuters/Thomas Mukoya

"Lösung" gegen Algorithmus-Rassismus: Google erkennt keine Gorillas

13. Jänner 2018, 11:39

Googles Bilderkennung schätzte Schwarze als "Gorillas" ein – daraufhin scheint das Unternehmen die Erkennung von den Tieren gänzlich deaktiviert zu haben

Google Photos markierte 2015 manche Bilder von schwarzen Nutzern als "Gorillas". Damals löste dies einen Shitstorm aus, woraufhin das Unternehmen Besserung gelobte. Das Magazin "Wired" testete, wie diese aussehen könnte und fand heraus: Google Photos erkennt gar keine Gorillas, Affen oder Schimpansen mehr. Die Erkennung wurde gänzlich entfernt.

Mit über 40.000 Tierbildern getestet

Der Test wurde mit über 40.000 Bildern von Tieren, teilweise Stock-Images, durchgeführt. Andere Tiere, wie etwa Pandas oder Pudel, erkannte der Service problemlos. Die fehlende Erkennung variiert je nach Service. So erkennt sie Google Lens, eine App, die Objekte, die die Kamera abbildet, erkennen soll, nicht. Der Sprachassistent Google Assistant und Google Cloud Vision, ein Business-Service, erfassen die Tiere auf den Bildern aber schon.

Google bestätigt: "Bei weitem nicht perfekt"

Google bestätigte die fehlende Erkennung Wired gegenüber. Ein Sprecher teilte dem Magazin mit: "Bilderkennungstechnologie befindet sich noch in einem frühen Stadium und ist leider bei weitem nicht perfekt."

Wie Wired schreibt, zeige dies die Mangel maschinellen Lernens auf. Zwar sei es möglich, Bilder zu kategorisieren oder Sprache zu transkribieren, allerdings ist es selbst für selbstlernende Software fast unmöglich, mehr als die Erfahrungen aus den Trainings zu erlernen. (red, 13.1.2017)