, Redaktion

We are family

Ein kleiner Blick ins Fernsehprogramm

Es wird Zeit, dass sich der Verfasser dieser Zeilen, wenn schon nicht äußert, so doch outet: Er zählt nämlich nicht zu jenem Menschenschlag, der das Eindringen englischer Wörter in den deutschen Sprachkörper per se für ein Unglück hält. Ein paar Ausländer mehr oder weniger werden wir schon noch vertragen. Manche anglizistischen Skurrilitäten nimmt Ihr Chronist aber doch mit einer gewissen Belustigung zur Kenntnis, so zum Beispiel die immer häufiger zu beobachtenden englischen Titel von TV-Serien und Fernsehfilmen. Oft ist die Struktur dieser Titel zweigliedrig: Erst kommt der englischsprachige Teil, und dann wird noch eine deutsche Übersetzung bzw. eine nähere Erläuterung, was damit gemeint sein soll, auf Deutsch nachgeschoben.

Einige wenige Beispiele aus den zwei vergangenen Fernsehwochen: „We are Family! So lebt Deutschland“; „King of Queens“, „Third Watch –Einsatz am Limit“, „Sex and the City – Vier Frauen und ein Todesfall“, „Modern Times Gesundheit“ „Spongebob Schwammkopf“ und, besonders elegant „Das Making of ,Kung Fu Hustle’“. Was mit dieser bilingualen Betitelung bezweckt wird, erschließt sich nur schwer, aber wahrscheinlich kommen sich die TV-Sender halt ziemlich cool vor, wenn sie ihre Übersetzungskompetenz mit einem Titel wie „Emergency Room – Die Notaufnahme“ unter Beweis stellen.

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an
christoph.winder@
derStandard.at
.
Mehr zum Thema Winders Wörterbuch zur Gegenwart