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Schnause

Kreatives aus dem Imbissladen

In der Firma Ankerbrot sind momentan geballte Kreativgeister am Walten, und die schrecken auch vor gewagten Wortneubildungen nicht zurück, wenn es darum geht, den Umsatz von Salamistangerl und Putenwachauer anzukurbeln.

Auf Anraten seiner Öffentlichkeitsarbeiter offeriert Anker derzeit eine so genannte "Schnause", was für eine "schnelle Jause" steht, sowie den "Frimb", einen - zu einem neuen Kunstwort zusammengezogenen - "frischen Imbiss". Ob die matte Anziehungskraft solcher Neologismen hinreicht, um die Kundschaft in Scharen herbeizulocken, bleibe dahingestellt.

Für mich jedenfalls steht die "Schnause" in einer aufdringlichen lautlichen Nähe zur "Schnauze" und darüber hinaus wirkt sie generell so albern, dass ich eher hungern würde als die Bestellung "Zwei Schnausen, bitte!" über die Lippen zu bringen. Eher noch könnte ich mir vorstellen, einen "Frimb" zu ordern, der müsste dann allerdings auch wirklich frisch sein. Auf einen Aimb (abgestandenen Imbiss) würde ich sauer reagieren. (Danke an Tex Rubinowitz für den Tipp!)

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

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