Wuki-Wuki

13. Dezember 2005, 17:35

Irre Fragestellungen an die Leser

Die meist mit einer scheibenwischerartigen Handbewegung in Gesichtshöhe kombinierte Feststellung "Der (oder die) ist ja völlig Wuki-Wuki" meint, dass eine Person nicht Herr ihrer Sinne, psychologisch auffällig oder, um eine politisch korrekte Vokabel zu verwenden, "verhaltensoriginell" ist.

Meine jüngere Tochter (12 Jahre) verstand zwar bei einer kleinen familieninternen Wortforschungsexpedition sofort, was mit Wuki-Wuki gemeint ist, fügte aber hinzu, dass sie diesen Ausdruck, dessen Herkunft Ihren Chronisten vor ein großes Rätsel stellt, niemals aktiv verwenden würde.

Es stellen sich, wie so oft, zur Diskussion des sprachlichen Sachverhaltes mehrere Fragen an die geschätzten Leser.

Erstens: Schildern Sie anhand ausgewählter Beispiele die lokale Verbreitung und die genauen Anwendungsbereiche von Wuki-Wuki!

Zweitens: Verfügt Wuki-Wuki Ihrer Einschätzung nach über Bedeutungsnuancen, welche es von anderen Wörtern im selben Wortfeld unterscheiden, oder ist das nicht der Fall? Ist Wuki-Wuki dasselbe wie plemplem, durchgeknallt, durchgedreht, irre, meschugge, vom bösen Schwein gebissen, nicht ganz bei Trost, spinnert, bescheuert, beknackt? Oder gibt es den ganz spezifischen Wuki-Wuki-Touch?

Drittens: Ist das Wuki-Wuki-Sein dem Menschen vorbehalten, oder wäre es auch möglich, Dinge als Wuki-Wuki zu bezeichnen?

Viel Spaß bei der Beantwortung, und nicht voneinander abschreiben!

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an
christoph.winder@
derStandard.at
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