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Bittedanke

Ein Gruß vom Schalk im Nacken

Frau - oder Herr - U. schreibt mir: "Ein Spruch, der mich immer wieder nervt, ist ,Bittedanke!’ Was mich daran stört ist, dass einem gar keine Möglichkeit geboten wird, die Bitte auch abzulehnen. Das ist ungefähr so, wie wenn man sich etwas ausborgen will, was einem nicht gehört, und es im selben Moment, wo man danach zu fragen beginnt, auch schon an sich nimmt. Mag sein, dass manche Bittedanke-Sager das gar nicht so impertinent meinen, für mich klingt es aber so.“

Um keine Zweifel aufkommen lassen. Auch Ihr Chronist ist kein Freund des Bittedanke-Sagens, und jedes Mal, wenn ich mit diesem merkwürdigen Doppelwort konfrontiert werde, muss ich mir, um bei Laune zu bleiben, innerlich das Sprüchlein „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ vorsagen.

Ich kenne dieses Überrumpelungsspiel noch in einer anderen Variante: Person X niest weithin vernehmlich und lässt dem Nieser blitzartig ein „Dankeschön“ folgen, ohne dass die Zeugen des Niesers auch nur annähernd Gelegenheit gehabt hätten, ihr „Gesundheit“ zu sagen. Auch das ist – Vorsicht: Ironie! - ganz, ganz lustig!

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

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