Grafik: derStandard.at

T-Punkt

13. Juni 2006, 14:51

Lustschreie aus der Werbebranche

Wenn ich es recht beobachtet habe, ist es um den G-Punkt in den letzten Jahren ziemlich still geworden. Möglicherweise wird er in den österreichischen Privathaushalten immer noch fleißig stimuliert, aber an eine größere öffentliche G-Punkt-Debatte kann ich mich nicht erinnern, auch nicht in den Journalen, die hierfür in Betracht kämen (WOMAN, News). Allerdings ist der G-Punkt heutzutage so stark im kollektiven Unbewussten verankert, dass er immer wieder einmal zu Werbezwecken herangezogen wird.

Herr Cecewolf schreibt mir in einem Mail, dass sich seiner Meinung nach derzeit sogar ein richtiggehender "Marketing-Trend zur ach so schlüpfrigen Anspielung auf den G-Punkt feststellen lässt. Danone platziert sich frivol als auf- und anregender Anbieter einer Topfencreme, deren Genießer in der Werbung lustschreiend auf den T-Punkt kommen. T-Mobile bezieht sich scheinheilig auf das Firmenlogo, wenn es dazu rät, 'den T-Punkt Ihrer Wahl' zu finden. Dass die Werber hoffen, auf diese plumpe Art die Fantasie der Kunden entfesseln und die Marke emotional aufzuladen zu können, finde ich eigentlich nur peinlich."

Die p. t. Leserinnen und Leser, welche dazu eine Assoziation haben oder in ihrem Leben auch noch mit anderen Punkten (A-Punkt? O-Punkt? Q-Punkt?) in Kontakt gekommen sind, bitte ich freundlich, dies per Posting mitzuteilen.

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an
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