Versemmeln

4. Juli 2006, 14:27

Aus dem Vokabular des Scheiterns

Im Leben, im Leben, geht mancher Schuss daneben (alte deutsche Schlagerweisheit). Glücklicherweise hält unsere Sprache zur Benennung dieses Sachverhaltes ein Füllhorn an Ausdrücken parat, die stilistisch die gesamte Skala von „altbacken“ und „gehoben“ bis zu „modern“ und "salopp" abdecken.

In die zuletzt genannte Kategorie fallen all jene Zusammensetzungen mit "ver-" wie zum Beispiel "vergeigen", "versemmeln","versieben" oder "vergurken". Für alle vier – sie sind hier in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit bei Google-Abfragen angeführt – gibt es Belegstellen zuhauf:

"Für SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen hat Ministerin Gehrer die Gesprächsbasis zu Maria Altmann völlig vergeigt". "Ich habe heute eine Französisch-Arbeit versemmelt". "Unglaublich, wie viele Torchancen heute versiebt wurden". "Kritik kam auch vom Christgewerkschafter Fritz Neugebauer: Die Regierung habe die Pensionsreform mit ihrer Vorgangsweise völlig vergurkt". Möglicherweise fallen ja den p. t. Lesern noch andere Vokabeln des Scheiterns ein.

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

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