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Nurmi

Eine Einladung zum Gehen

Es gibt ja allerlei unfreundliche Formulierungen, mit denen man einem Gesprächspartner beibringen kann, dass man genug von seiner Gesellschaft hat und er (oder sie) sich bitte entfernen möge. Ich denke da an "Schleich dich", "hau ab", "geh sterben", "fahr ab", "gib einen Frieden" usw. usf.. Herr Cecewolf hat mich freundlicherweise auf einen (mir zuvor unbekannten) Ausdruck hingewiesen, der dasselbe bedeuten soll: "Mach’ den Nurmi". Der Einsender mutmaßt, wohl mit Recht, dass sich der Ausdruck auf den finnischen Leichtathleten Paavo Nurmi bezieht – und er wundert sich, ebenfalls mit Recht, "wie sich dieser Sportler (Karrierehöhepunkt 1924) in den heutigen Sprachgebrauch herüberretten konnte".

Ihr Chronist hat sich in diesem Zusammenhang eine andere Frage gestellt, ob es nämlich für diese eigenartige Konstruktion, "jemanden zu machen", noch andere Beispiele gibt als jenes mit dem Herrn Nurmi (Etwa: "Mach den Michael Jackson", "Mach den Helmut Elstner" oder ähnliches). Leider bin ich nicht fündig geworden – aber vielleicht können mir ja die p.t. Leser auf die Sprünge helfen.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
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